Riester-Rente: Kommt die neue Förderung in der bAV an?

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Weniger Komplexität bei Riester durch Einbindung in die bAV

„Die Komplexität der Riester-Rente wird über die bAV entschärft und kann deren Stärken und Flexibilität nutzen“, meinte Rosch. So sei über den bAV-Vertrag keine Zertifizierung mehr erforderlich, da der Abschluss nicht nach Altersvorsorge-Zertifizierungsgesetz erfolgt. Die Höhe der Garantien würde der bAV-Zusage-Logik folgen. „Zugleich ist eine bedarfsgerechte BU-Absicherung über den bAV-Vertrag möglich“, gab sich Rosch optimistisch. Weitere Vorteile: Rentenzusagen mit Kapitalwahlrecht sind möglich, die Vererbung ebenfalls (keine Übertragung auf Ehepartner notwendig wie bei Privat-Riester) und die Einbeziehung der Riester-Förderung für vermögenswirksame Leistungen auch.

Umgekehrt löse die Einbindung der Riester-Förderung in die bAV bisherige Probleme, die innerhalb des Betriebsrentensystems immer wieder zu Reibungen führten: langwierige Krankheiten des Arbeitnehmers, Elternzeit und vor allem der Arbeitgeberwechsel. In all diesen Fällen könne die Förderung nach Paragraf 3 Nr. 63 aussetzen und in die 10a-Förderung wechseln.

bAV-Riester lohnt in vielen Lebenslagen

„Betriebsrente mit Riester-Förderung lohnt sich für alle Angestellten, besonders für Spitzenverdiener, Bezieher niedrigerer Einkommen (einschließlich Minijobber und Teilzeitkräfte), für Eltern von kindergeldberechtigtem Nachwuchs und aufgrund des Berufseinsteiger-Zuschusses für junge Berufstätige“, so Rosch. Ob ein Wechsel der Förderung innerhalb der Direktversicherung vorteilhaft ist, können Arbeitnehmer bei Bedarf selbst ermitteln. Dazu stellt HDI mit dem „bAV FörderFinder“ ein selbsterklärendes Online-Tool für Berater zur Verfügung, das vom Institut für Vorsorge und Finanzplanung entwickelt wurde.

Rechenbeispiel: Ein Mann, verheiratet mit einjährigem Kind, verdient 3.500 Euro brutto, seine Frau 1.500 Euro. Er wandelt 200 Euro Bruttoentgelt um und zahlt den Betrag in eine Direktversicherung, die Förder-Hopping erlaubt. Der Arbeitgeber zahlt 15 Prozent dazu (gesamt: 230 Euro brutto). Dann bezahlt er selbst netto nur rund 110 Euro monatlich und bekommt in der jetzigen Lebenslage eine Förderung in Höhe von 52 Prozent nach Paragraf 3 Nr. 63 EStG.

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