Rente mit 67 befeuert Altersarmut

Berater Meistgeklickt von Florian Burghardt

Als notwendiger Schritt gegen den demografischen Wandel wird die Rente mit 67 gesehen. Doch laut einer Studie bringt der spätere Rentenreintritt auch sozialpolitische Risiken für bestimmte Bevölkerungs- und Berufsgruppen mit sich.

Die Rente mit 67 sei ein notwendiger Schritt gewesen, heißt es in einer Studie. Sie hätte aber auch das Risiko der Altersarmut für bestimmte Bevölkerungs- und Berufsgruppen erhöht.

Die Rente mit 67 sei ein notwendiger Schritt gewesen, heißt es in einer Studie. Sie hätte aber auch das Risiko der Altersarmut für bestimmte Bevölkerungs- und Berufsgruppen erhöht. Bild: Pixabay

Es ist auch ein Argument für die betriebliche und private Altersvorsorge: Für bestimmte Bevölkerungsgruppen führt die Rente mit 67 zu hohen Einkommenseinbußen. Wer die höhere Regelaltersgrenze nicht mitgehen könne, der müsse im Durchschnitt noch höhere Abschläge bei der gesetzlichen Rente in Kauf nehmen als vor der stufenweisen Anhebung von 65 auf 67 Jahren.

Zu diesen Ergebnissen kommen Simulationen am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) im Auftrag der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung. Zwar würde die volle Altersrente mit 67 insgesamt zu einem späteren Erwerbsaustritt führen. Sie habe aber auch sozialpolitische Risiken im Schlepptau.

Erhöhtes Risiko für Handwerker und Co.

Die Forscher rechnen bis zum Jahr 2032 mit einem Anstieg des durchschnittlichen Renteneintrittsalters um 1,2 bis 1,5 Jahre – abhängig von der Entwicklung des Arbeitsmarktes für ältere Menschen. Für höher gebildete Personen liegt die Prognose aber bei 1,6 bis zwei Jahren. Für Personen mit geringer oder mittlerer Bildung wird sich die Erwerbstätigkeit nur um ein bis 1,4 Jahre verlängern. Das bedeutet, dass Menschen mit höherer Bildung häufiger eine abschlagsfreie gesetzliche Rente beziehen werden.

Doch nicht nur die Bildung und die damit verbundene berufliche Tätigkeit sind ein Faktor. „Am besten können sich Menschen anpassen, die in stabilen Beschäftigungsverhältnissen arbeiten, ein hohes Bildungsniveau haben und die sich guter Gesundheit erfreuen“, erklärt DIW-Rentenexperte Johannes Geyer. Wer also beispielsweise in Zukunft seinen körperlich anstrengenden Beruf nicht mehr ausüben kann und vor 67 in Rente gehen muss, hat höhere Abschläge zu verkraften als bei der vollen Rente mit 65.

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