Provisionsdeckel-Entwurf: Votum sieht viele Schwachstellen

Berater Top News von Florian Burghardt

Beispielsweise würde die Notwendigkeit des Provisionsdeckels im Entwurf auch mit der gegenwärtigen Niedrigzinsphase, der demographischen Entwicklung und der Bedeutung des Altersvorsorgesparens begründet. Keiner dieser Parameter sei jedoch durch die Versicherungsvermittler verursacht oder beeinflussbar, mahnt Votum an.

Vielmehr seien sie es, die gegenüber den Verbrauchern immer wieder die notwendige Initiative ergreifen und diese, zugunsten des Aufbaus einer ausreichenden Altersvorsorge, zum dafür erforderlichen Konsumverzicht bewegen. Die Beratungsleistung der Vermittler würde sich deshalb als maßgeblicher Aufwand bei der Absicherung der Altersvorsorge herauskristallisieren. Es dürfe daher nicht verwundern, wenn sie zwei Drittel der Abschlusskosten betrage. Dies sei auch in anderen Wirtschaftsbereichen wie im Handwerk oder bei Dienstleistungen der Fall, argumentiert der Verband. Somit bleibe unverständlich, warum gerade dieser Umstand eine Deckelung begründen soll.

Unakzeptabler Eingriff ins Vertragsverhältnis Kunde/Makler

Auch die angestrebte Prüfung der Beratungsqualität durch die Versicherungsunternehmen hält man bei Votum für gänzlich unakzeptabel. Sollten Vermittler eine Reihe bislang unklar formulierter Qualitätskriterien erfüllen, kann sich ihre Abschlussprovision von 2,5 auf 4,0 Prozent erhöhen. Dafür würde den Versicherern aber eine Aufsichts- und Kontrollposition über die Versicherungsmakler und deren Beratungsleistung zugeschoben.

Der Verband sieht allerdings keine Regulierungsermächtigung für eine solche ordnungspolitische Maßnahme, die ein Eingreifen des Versicherers in das für ihn nicht zugängliche Vertragsverhältnis Kunde/Makler rechtfertigen würde. Eine solche Ermächtigung könne auch nicht im Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) geschaffen werden, gibt man sich seitens Votum überzeugt.

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