P&R-Pleite: Insolvenzverwalter will Vergleiche

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Hoffnung in Sachen P&R-Pleite: Die etwa 54.000 Anleger der insolventen P&R Gesellschaften können auf erste Zahlungen hoffen. Um die Voraussetzungen für Ausschüttungen zu schaffen, hat der Insolvenzverwalter einen Vergleichsvorschlag erarbeitet. Welche Vorteile ein solcher Vergleich bietet.

P&R-Pleite Steuerschaden Insolvenz Container

Die P&R-Insolvenzverwalter verschicken 80.000 Vergleichsvereinbarungen an deutsche Anleger. Foto: Matthias Balk/dpa

Aus der Fortführung des vorhandenen Containergeschäfts sind bisher rund 110 Mio. Euro auf die Treuhandkonten des Insolvenzverwalters geflossen. Je nach Marktentwicklung, könnten bis Ende des Jahres weitere 150 Mio. Euro aus der Verwertung bzw. Vermietung hinzukommen, schätzen die Insolvenzverwalter. Bis Ende 2021 sollen über 560 Mio. Euro von der Containerflotte eingespielt werden.

Doch damit das Geld auch an die Gläubiger ausgeschüttet werden kann, ist deren Mitwirkung nötig. Insolvenzverwalter Dr. Michael Jaffé: „Wir haben dazu einen Vergleichsvorschlag ausgearbeitet, der ihnen in den nächsten Tagen zugehen wird. Die von den Gläubigern mit hoher Mehrheit gewählten Gläubigerausschüsse haben dem Vorschlag bereits einstimmig zugestimmt."

Laut Insolvenzverwalter bietet die Vergleichsvereinbarung vier wesentliche Vorteile, die Dr. Jaffé so benennt:

  • Die Unterzeichnung der Vergleichsvereinbarung ermöglicht die Feststellung einer Forderung in den Insolvenzverfahren, und damit die Teilnahme des Gläubigers insbesondere an Abschlagsverteilungen.
  • Die individuellen Vergleichsbeträge sind so berechnet, dass alle Gläubiger, die sich in vergleichbaren Situationen befinden, gleich behandelt werden. Da die Feststellungsbeträge ohnehin nur eine Rechengröße sind, auf deren Grundlage spätere Quotenzahlungen ermittelt werden, entsteht hierdurch keinem Gläubiger ein Nachteil.
  • Die Feststellung der Forderung erfolgt zeitnah ohne weiteren Aufwand für die Gläubiger und vermeidet eine streitige Auseinandersetzung, die nicht zuletzt mit hohen Kosten verbunden wäre.
  • Der Vergleich sichert durch die enthaltene Erledigungsklausel die koordinierte Verwertung der Containerflotte und die Verteilung der Gelder über die Insolvenzverwalter. Dies ist der einzige wirtschaftlich sinnvolle und rechtlich gangbare Weg, damit es in den Insolvenzverfahren zu Auszahlungen an die Gläubiger kommen kann.

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