N26: Einhorn unter Aufsicht

Digital von Michael Fiedler

Eines der wertvollsten FinTechs Europas, die Online-Bank N26, könnte unter Aufsicht der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen (BaFin) gestellt werden. Hintergrund sind mögliche Cyberattacken und Mängel beim Kundenservice.

Einhorn N26 BaFin Digitalbank

N26 wird mit über 1 Milliarde Euro bewertet - das macht das Unternehmen zum "Einhorn". Nun drängt die BaFin auf Änderungen bei Kundenservice. (Symbolbild) Shutterstock/ Sergey_T

Schnelles Wachstum kann auch negative Folgen haben. Diese Lektion lernt wohl gerade N26 – oder besser gesagt, die Kunden der Online-Bank.

Das mit knapp 2,4 Milliarden Euro bewertete Unternehmen gewinnt zurzeit nach eigenen Angaben 10.000 Neukunden täglich. Doch kann die Firmenstruktur da mithalten? Unter Berufung auf Insider berichtete die Onlineausgabe des Spiegel, dass die BaFin der Ansicht sei, dass die Strukturen nicht an das Wachstum angepasst worden seien. Die Folge: Mängel bei der Personalausstattung und bei der Technik.

Zu spüren bekommen das die Kunden der Onlinebank. So häufen sich bei den Verbraucherzentralen die Beschwerden über nicht erreichbaren Kundenservice und gehakte Konten. „Der nicht vorhandene Telefonservice ist ein großes Problem“, so Kay Görner (VZ Sachsen) gegenüber dem Portal Gründerszene.

Kundenservice wird umgestellt

Im Interview mit Gründerszene kündigte Valentin Stalf, der Gründer von N26, umfassende Änderungen beim Kundenservice an. Derzeit würden 400 interne und 200 externe Mitarbeiter im Kundenservice arbeiten. Um die Erreichbarkeit zu verbessern, soll die Chatzeit erweitert werden. Zudem soll der Rückrufservice um eine 24-Stunden-Hotline ausgebaut werden, mit der Kunden Konto und Karte sperren lassen können.

Dass es einen Zusammenhang zwischen dem Ausscheiden der bisherigen Kundendienstleiterin und den Vorfällen der letzten Wochen gibt, bestritt Stalf im Interview. Diana Schröter habe das Unternehmen freiwillig verlassen.

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