Multi-Asset Fonds: Angezählte Alleskönner

Investmentfonds Top News von Nina Bärschneider

Mischfonds haben die Turbulenzen des vergangenen Jahres nicht gut verkraftet. Woran das lag – und warum es 2019 besser laufen könnte.

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„Die Flexibilität in Mischfonds ist kein Garant für Erfolg“, sagt Robert Habatsch, Greiff Capital Management. Bild: Greiff Capital

Wer in Mischfonds investiert hat, wurde im vergangenen Jahr bitter enttäuscht. Sämtliche Mischfonds-Kategorien schnitten 2018 schlecht ab: aktienlastige und defensive, ausgewogene und flexible Fonds. Am härtesten traf es ausgerechnet die Königsklasse der Mischfonds, die flexiblen Produkte, deren Managern kaum Grenzen gesetzt sind. Sie machten in den vergangenen zwölf Monaten im Schnitt 1,2 Prozent Verlust, zeigen Zahlen von Morningstar. Am besten schlug sich die aggressive Variante. Auch Mischfonds mit hoher Aktienquote konnten mit einem Durchschnittsplus von gerade einmal 0,6 Prozent aber nicht gerade beeindrucken.

Die miesen Ergebnisse dürften deutsche Anleger hart getroffen haben, denn Mischfonds genießen bei ihnen großes Vertrauen. Knapp die Hälfte des gesamten Geldes, das die Deutschen in Fonds investiert haben, steckt in Multi-Asset-Produkten. Damit haben deutsche Anleger europaweit den höchsten Mischfondsanteil im Depot, zeigen Zahlen des Fondsverbands BVI. Investoren schätzen vor allem die Tatsache, dass Mischfonds ihnen die schwierige Asset-Allocation abnehmen und durch eine kluge Kapitalaufteilung die Verlustrisiken begrenzen – zumindest in der Theorie.

Talfahrt für Mischfonds

Diese Rechnung ging im vergangenen Jahr nicht auf. Weder auf der Aktien- noch auf der Anleiheseite lief es für Mischfondsmanager gut, auch in anderen Assetklassen gab es Probleme. „Anleihen, Aktien, Währungen – diverse Anlageklassen waren in 2018 negativ und Renditequellen waren praktisch nicht vorhanden“, sagt Robert Habatsch, Vorstand von Greiff Capital Management. In diesem Umfeld half den Managern auch Flexibilität nicht weiter. „Flexible Mischfonds bieten eine gute Spielwiese für aktive Fondsmanager, die Flexibilität ist aber kein Garant für Erfolg“, sagt Habatsch.

Anleihen lieferten wegen der Niedrigzinsen kaum Rendite. Vermochten Aktien das sonst auszugleichen, beobachteten Aktienanleger 2018 eine regelrechte Talfahrt: Der Dax beschloss das Jahr fast 20 Prozent im Minus. Der deutsche Leitindex enthält viele exportabhängige Unternehmen, die unter dem Handelsstreit zwischen den USA und China litten. Nicht nur die anhaltenden Handelsprobleme stimmten Anleger pessimistisch. Auch Italiens Haushaltsstreit mit der EU sorgte für Unruhe – und im Hintergrund waberte die Angst vor einem ungeordneten Brexit.

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