Maklervertrag: So umgehen Sie Fallen

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Maklervertrag und Vollmacht des Kunden gehören zum Alltagswerkzeug jedes Maklers. Dennoch können immer wieder Probleme auftauchen, wenn nichts schriftlich fixiert wird. Hier gibt es Hilfestellung vom Experten.

Der Geschäftsgegenstand sollte schriftlich fixiert und eingegrenzt werden. Sonst droht umfassende Kundenberatung, warnt VEMA-Rechtsexperte Thorsten Hoffmann. Bild: Pohl

Bereits rund 3.100 Maklerbetriebe, die Partner der VEMA Versicherungs-Makler-Genossenschaft sind, profitieren von vielen Online-Services. Ein inzwischen schon beinahe traditionelles Element ist die Toolbox im Extranet, wo auch ein Muster des geprüften VEMA-Maklervertrages hinterlegt ist. Auf generelle Fallstricke in Maklerverträgen wies Thorsten Hoffmann kürzlich auf dem Jahreskongress „VEMA-Tage 2019“ hin.

„Der Maklervertrag ist ein Geschäftsbesorgungsvertrag, der formfrei vertragliche Rechte und Pflichten regelt“, erinnerte Rechtsassessor Hoffmann, der für Vertrieb, Aus- und Weiterbildung bei der VEMA zuständig und auch als Trainer und Coach aktiv ist. Dann begännen aber schon die praktischen Probleme – beim Geschäftsgegenstand. „Neben unzureichender Arbeit am Risiko (unterlassene oder ungenügende Risikoerfassung, Bestandsübertragungen ungeprüfter Verträge) sei der nicht exakt formulierte Geschäftsgegenstand eine häufige Ursache von Haftungsfällen.

Geschäftsgegenstand möglichst konkret fixieren

Ausweg, den die VEMA in ihrer Toolbox anbietet, „schon gelabelt auf die Maklerfirma und personalisiert für den Mandanten“, so Hoffmann: Der Geschäftsgegenstand wird schriftlich fixiert: „Der Versicherungsmakler wird beauftragt, nur den vom Auftraggeber gewünschten und für ihn geeigneten Versicherungsschutz gemäß den gesetzlichen Bestimmungen zu vermitteln, welcher sich aus gesonderter Dokumentation oder Schriftwechsel ergibt.“

Dies sei nicht mit der Beratungsdokumentation zu verwechseln, warnte Hoffmann. Wichtig sei, als Gegenstand ein Aufgabenspektrum für den Kunden zu fixieren, dass beispielsweise aus den im Extranet hinterlegten „Allgemeinen Beratungshilfen“ wie „Bedarfspyramide“, „Ihre Ziele und Wünsche“ oder „Gewerbematrix“ entlehnt sein kann. Laut Vertrag schuldet der Makler mindestens drei geeignete Angebote, um daraus eine Empfehlung für den Versicherungsschutz abzuleiten. Mehr Marktbeobachtung sei laut Rechtsprechung nicht nötig.

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