Maklerhaftung: Vorsicht bei Lead-Lieferanten

Berater Recht & Haftung Top News von Florian Burghardt

PKV-Leads versprechen lukrative Abschlüsse. Nicht wenige Vermittler nutzen für deren Beschaffung die Dienste von Agenturen. Dass Makler beim Lead-Kauf auch ein Haftungsrisiko eingehen, zeigt ein aktuelles Urteil des Frankfurter Landgerichts.

Vermittler sollten beim Lead-Kauf Vorsicht walten lassen: Auch wenn sie eine Agentur mit der Beschaffung beauftragen, stehen sie selbst mit in der Haftung.

Vermittler sollten beim Lead-Kauf Vorsicht walten lassen: Auch wenn sie eine Agentur mit der Beschaffung beauftragen, stehen sie selbst mit in der Haftung. Bild: Ollyy

Um an wertvolles Neugeschäft zu kommen, bedienen sich Vermittler auch der Hilfe von speziellen Agenturen. Diese beliefern die Vermittler mit Leads, also Kunden mit konkretem Interesse am Abschluss bestimmter Versicherungen. Das Vorgehen solcher Lead-Lieferanten steht aber in direktem Zusammenhang mit der Haftung ihres Auftraggebers. Das hat nun das Frankfurter Landgericht entschieden (Az. 3-06 O 5/18).

Was war passiert?

procontra hatte bereits bei Bekanntwerden über den Fall berichtet. Eine Lead-Agentur hatte sich telefonisch bei einem Offenbacher Bestattungsunternehmen gemeldet. Für einen Versicherungsmakler aus Eschborn wollte sie mit dem Bestatter einen Beratungstermin für eine private Krankenversicherung (PKV) vereinbaren.

Der Bestatter hatte allerdings zu keinem Zeitpunkt einer telefonischen Werbung des Maklers zugestimmt. Dieser war ihm nicht einmal bekannt. Mit Informationen zu Ross und Reiter wand er sich an die Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs (Wettbewerbszentrale). Diese forderte den Makler wegen belästigender Werbung zur Abgabe einer strafbewehrten Unterlassungserklärung auf, die dieser aber verweigerte. Aus seiner Sicht habe die Lead-Agentur selbstständig agiert, wofür er keine Verantwortung trage.

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