Lebensversicherer: Kapitalanlage in Lokomotiven

Versicherungen Top News von Detlef Pohl

In der Dauerniedrigzinsphase peppen Versicherer und Versorgungswerke die Rendite auch mit Infrastruktur-Investments auf. Neben Straßen und Windparks rücken Beteiligungen an Hafenanlagen, Stromnetzbetreibern und sogar Lokomotiven in den Blick.

Die Investition von Altersvorsorge-Beiträgen in die Verkehrs-Infrastruktur passt von den Laufzeiten ideal zur Altersversorgung, betont Axel-Rainer Hoffmann, Vorstand des Volkswohl Bund.

Die Investition von Altersvorsorge-Beiträgen in die Verkehrs-Infrastruktur passt von den Laufzeiten ideal zur Altersversorgung, betont Axel-Rainer Hoffmann, Vorstand des Volkswohl Bund. Bild: Pohl

Was tun bei politisch verordneten dauerhaft niedrigen Zinsen in der Altersvorsorge? Auf Staatsanleihen allein setzen Lebensversicherer und andere Versorgungswerke schon lange nicht mehr. Trotz Fesseln in der Anlageverordnung setzen sie bei ihren Kapitalanlagen neben Darlehen, Immobilien, Aktien und Fonds auch zunehmend auf „Sonstiges“. Etwa 2,3 Prozent der rund 920 Milliarden Euro Kapitalanlagen der Lebensversicherer ist in „Sonstige“ wie Infrastruktur, Private Equity oder erneuerbare Energien investiert. Weitere Angaben vermittelt die Zusammenstellung „Die deutsche Lebensversicherung in Zahlen 2018“.

Auf der „Portfolio Institutionell Jahreskonferenz 2019“ letzte Woche in Berlin wurden einige Beispiele publik, wo zuletzt Geld der Altersversorger in Verkehrs-Infrastruktur geflossen ist. Der Koalitionsvertrag bekennt sich klar zu öffentlich-privaten Partnerschaften (ÖPP), also der vertraglich geregelten Zusammenarbeit zwischen öffentlicher Hand und Unternehmen der Privatwirtschaft in einer Zweckgesellschaft, betonte Ex-Verkehrsminister Peter Ramsauer. Gerade durch ÖPP sei die deutsche Infrastruktur „besser als ihr Ruf“, und bezog sich dabei ausdrücklich auf zahlreiche Autobahnabschnitte im Umfang von bisher 27 Milliarden Euro. Ramsauer engagiert sich im Beirat der „Initiative Deutsche Infrastruktur“ (IDI).

Infrastruktur mit privatem Altersvorsorgekapital verbessern

Verkehrsinfrastruktur-Investments dienen nicht nur unmittelbar der Zukunft unseres Landes, sondern sind auch ideal für die Altersversorgung“, sagte Axel-Rainer Hoffmann, Kapitalanlagevorstand der Volkswohl Bund Versicherungen. Der Zusammenhang erschließe sich insbesondere über den Blick auf die langen Laufzeiten. Es seien fristenkongruente Investments möglich, die nachhaltig Renditen zwischen 4,0 und 6,0 Prozent erwarten lassen.

Der Volkswohl Bund sei nach der Marktanalyse des Güterverkehrs, der bis 2030 fast dreimal so schnell wie der Personenverkehr wachsen soll, auf attraktive Anlagemöglichkeiten auf der Schiene aufmerksam geworden. Neben dem Netz (Monopol der Deutschen Bahn) und den Waggons (etablierte private Anbieter mit starker Marktmacht) sei man bei den Lokomotiven fündig geworden (kaum Wettbewerber; hohe Eintrittsbarrieren), speziell im Güterfernverkehr.

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