Lead-Kauf: So umsteuern Makler Haftungsfallen

Berater Top News von Florian Burghardt

Ein Makler wurde jüngst für die belästigende Werbung seines Lead-Lieferanten haftbar gemacht. Wie Vermittler solche Fallstricke umgehen und welche Pflichten sie beim Lead-Kauf haben, erklärt Peter Breun-Goerke, Syndikusrechtsanwalt der Wettbewerbszentrale.

Weiß über die Praxis des Lead-Kaufs Bescheid: Peter Breun-Goerke, Syndikusrechtsanwalt der Wettbewerbszentrale.

Weiß über die Praxis des Lead-Kaufs Bescheid: Peter Breun-Goerke, Syndikusrechtsanwalt der Wettbewerbszentrale. Bild: Breun-Goerke

Versicherungsvermittler brauchen stets neue Kunden. Zwar lässt sich auch mit Bestandsarbeit Geld verdienen, doch Neukunden bieten in der Regel ein höheres Potenzial für Abschlüsse. Das ist aber leichter gesagt als getan. Denn vor allem die Kaltakquise kann mühsam sein und hat ihre rechtlichen Tücken.

Eine gern genutzte Alternative für Vermittler liegt im Kauf von Leads, also Kunden mit konkretem Interesse am Abschluss bestimmter Versicherungen. Zu kaufen gibt es die Leads bei spezialisierten Agenturen. Der Branchendienst Deutsche Versicherungsbörse (dvb) nennt zum Beispiel für einen Lead im Altersvorsorgebereich Gebühren zwischen 50 und 80 Euro und im PKV-Bereich von bis zu 150 Euro als üblich. Zahlreiche Firmen bieten hier ihre Dienste an, beschaffen gegen festgelegte Gebühren die lukrativen Kundendaten. Jedoch sollten Vermittler bei der Zusammenarbeit mit solchen Lead-Lieferanten vorsichtig sein.

Makler stehen voll in der Haftung

Denn das Landgericht Frankfurt am Main hat kürzlich einen Makler dafür haftbar gemacht, dass eine von ihm beauftragte Agentur in Form von belästigender Werbung gegen § 7 des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb verstoßen hat (Az. 3-06 O 5/18). Dass die Lead-Agentur selbstständig agiert habe und der Makler sich deshalb nicht in der Verantwortung sah, ließ das Gericht nicht als Argument gelten.

Aus Sicht der Richter hätte der Makler im Zuge des Vertragsabschlusses mit der Agentur Einfluss darauf nehmen müssen, dass die Kundenansprache nur in wettbewerbsrechtlich zulässiger Form erfolgen wird. Zudem hätte der Makler im weiteren Prozess kontrollieren müssen, dass dies auch eingehalten werde.

Aber wie genau sollen Vermittler hier in der Praxis vorgehen, um sich nicht selbst dem Risiko von Abmahnungen oder gar Klagen auszusetzen? Das fragte procontra Peter Breun-Goerke, Syndikusrechtsanwalt der Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs (Wettbewerbszentrale).

Seite 1: Makler haften für das Vorgehen von Lead-Agenturen
Seite 2: Finger weg von Gewinnspielen
Seite 3: DSGVO erschwert die Lead-Bedingungen

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare