Geldanlage: Bestandsimmobilien vor Aktien

Sachwerte von Michael Fiedler

Brexit und Handelskonflikte schüren Unsicherheit. Investoren fliehen in deutsche Staatsanleihen – das lässt Baugeldzinsen sinken. Auch Immobilienbesitzer mit laufenden Darlehen können davon profitieren.

Baugeld Zinsen Immobilien Aktien Brexit

Das aktuelle Zinsumfeld zählt zu den niedrigsten seit Bestehen der Bundesrepublik, weiß Mirjam Mohr, Vorständin der Interhyp AG. Bild: Interhyp AG

Wer negative Folgen möglicher Handelskonflikte und dem Brexit fürchtet, setzt auf Immobilien. 75 Prozent aller Bundesbürger sehen das so, ermittelte eine Online-Befragung des Hamburger FinTechs Exporo.
Sorgen bereiten den Bundesbürgern aber auch Schwankungen an den Börsen. Eine Mehrheit von 55 Prozent hat Angst, dass ihre Anlagewerte in die Verlustzone geraten und sie Geld verlieren. Nur 45 Prozent der Befragten zeigen sich dagegen unbeeindruckt von der Volatilität der Finanzmärkte.

Bestandsimmobilien vor Aktien

Würden sich allerdings Konjunktur und Börsen weiter abschwächen, würden 75 Prozent der Umfrageteilnehmer Immobilien für die stabilere Anlage halten. Insbesondere Investitionen in Bestandsimmobilien werden Investitionen in Aktien vorgezogen. Knapp jeder Siebte vertraut der Anlage in Bestandsimmobilien, da diese langfristig höhere Renditen erwirtschaften und weniger Wertschwankungen als Aktien unterworfen sind.

Talfahrt beim Baugeld

Die anhaltenden politischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten wie Brexit und Handelskrieg, lassen Investoren derweil in deutsche Staatsanleihen fliehen. Das wiederum sorgt für eine Talfahrt bei Baugeldzinsen. Denn die orientieren sich an den Renditen der Staatsanleihen. Im März rutschten die Renditen für zehnjährige deutsche Staatsanleihen wieder in den Negativbereich. Ein Umfeld, das für historisch günstige Immobiliendarlehen sorgt. „Zuletzt waren Immobiliendarlehen im Herbst 2016 so günstig. Damit zählt das aktuelle Zinsumfeld zum niedrigsten seit Bestehen der Bundesrepublik“, erklärt Mirjam Mohr, Vorständin der Interhyp AG. Laut dem Baufinanzierungsvermittlererhalten Immobilienkäufer über alle Zinsbindungen hinweg historisch günstige Immobiliendarlehen. Kredite mit fünfjährigen Darlehen gibt es bei Bestanbietern und entsprechender Bonität für unter 0,80 Prozent, zehnjährige Darlehen für unter einem Prozent und selbst 15-jährige Kredite liegen oft unter der 1,5-Prozent-Marke.

„Vom aktuellen Zinstief profitieren nicht nur Bauherren und Immobilienkäufer, sondern gleichfalls Immobilienbesitzer mit laufenden Darlehen, die kurz vor der Anschlussfinanzierung stehen. Sie können ihre Zinsbelastung deutlich senken“, rät Mohr. Erst- und auch Anschlussfinanzierer sollten die Zinsersparnis laut der Expertin möglichst in eine höhere Tilgung investieren, um das Darlehen schneller zurückzuzahlen.

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare