Deutsche Familienversicherung setzt sich ehrgeizige Wachstumsziele

Versicherungen von Jan Wagner

Die Deutsche Familienversicherung (DFV) ist seit Dezember an der Börse. Nun erfolgte die erste Zwischenbilanz seitdem. Wie sich die Zahl der Neuverträge entwickelt hat, welche Ziele sich der Versicherer gesetzt hat und wann schwarze Zahlen geschrieben werden sollen.

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Präsentierte erstmals Zahlen seit dem Börsengang im Dezember: Dr. Stefan M. Knoll . Bild: DFV

Das Frankfurter Insurtech Deutsche Familienversicherung (DFV) hat sich zum Ziel gesetzt, jährlich 100.000 Neuverträge dazu zu gewinnen und bis 2021 schwarze Zahlen zu schreiben. Das sagte DFV-Vorstandschef Stefan Knoll auf der ersten Pressekonferenz des Unternehmens seit dem Börsengang im Dezember.

„Wir sind sehr gut ins neue Jahr gestartet. Stand Ende März 2019 haben wir bereits 30 Prozent der geplanten 100.000 Neuverträge auf dem Buch“, sagte Knoll zu den Journalisten. „Auch über 2019 hinaus ist es unser Ziel, jährlich ein Neugeschäft von rund 100.000 Verträgen zu erreichen.“ Mit den 100.000 Neuverträgen in diesem Jahr würden sich die Bestandsbeiträge auf rund 100 Millionen erhöhen.

Die DFV ist spezialisiert auf den Verkauf von Krankenzusatzversicherungen (z.B. Zahnersatzpolice) sowie Unfall- und Sachversicherungen im Internet. Laut Knoll werden zwischen 70 und 80 Prozent der Vertragsabschlüsse online gemacht. Weitere fünf bis zehn Prozent des Geschäfts laufen über Makler und der Rest über Kooperationen mit Unternehmen. Ein Beispiel von solchen Kooperationen ist eine arbeitgeberfinanzierte Pflegezusatzversicherung, die der Konsumgüterhersteller Henkel für seine Mitarbeiter im Januar abgeschlossen hat.

Im Geschäftsjahr 2018 gewann die DFV rund 55.000 Verträge dazu und übertraf ihr Ziel um 5.000 Verträge. Die gebuchten Bruttobeiträge, bereinigt um Sondereffekte, stiegen um zehn Prozent auf 68,5 Millionen Euro. Inklusive der Neuverträge und abzüglich Stornierungen betrug der Versicherungsbestand rund 455.000 Ende Dezember 2018.

DFV: Trotz Wachstum Verluste

Trotz des Wachstums beim Neugeschäft wies das Insurtech einen Verlust von 3,3 Millionen Euro für 2018 aus. Das Insurtech nannte einige Gründe für den Verlust, darunter gestiegene Vertriebs- und Personalkosten, Abschreibungen auf Kapitalanlagen sowie Aufwendungen für den Börsengang Mitte Dezember.

Der Erlös aus dem Börsengang (52 Millionen Euro) soll das weitere Wachstum finanzieren. Als Wachstumstreiber nannte die DFV das Online-Geschäft, weitere Vertriebskooperationen wie Henkel sowie neue Produkte. In diesem Jahr will die DFV eine neue Krankenversicherung für Hunde einführen und plant mit 6.000 entsprechenden Verträgen.

Auf die Frage von procontra, ob das Wachstum auch künftig im Internet generiert wird, sagte Knoll: „Wir meinen, dass wir über das Internet in den nächsten Jahren wachsen können. Es kann aber auch sein, dass dieser Anteil zurückgeht, weil wir zum Beispiel mehr Kooperationen machen. Wir sprechen ja mit Unternehmen mit Tarifvereinbarungen und versuchen mit großer Macht rein zu kommen. Mich würde es freuen, wenn dies klappen würde, weil wir damit ein weiteres Standbein hätten.“

Knoll ergänzte: „Aber ich kann Ihnen nicht sagen, wie sich die Vertriebswege entwickeln werden. Ich kann Ihnen nur sagen, dass wir die 100.000 Verträge in diesem Jahr schaffen werden und auch in den Jahren danach.“ Für die Jahre 2019 und 2020 rechnet der DFV-Chef wegen hoher Vertriebs- und IT-Ausgaben mit Verlusten. Erst 2021 soll laut Knoll die Gewinnzone erreicht werden.

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