Bestandsarbeit: So geht’s neben dem Tagesgeschäft

Berater Digital Top News Meistgeklickt von Detlef Pohl

Bestandsarbeit gehört zum Handwerk des Maklers, ist aber oft unbeliebt, weil vordergründig ohne Vergütung. Wie Digitalisierung die Bestandsarbeit im Maklerbüro schnell und erfolgreich macht, zeigte ein Experte bei den VEMA-Tagen.

Erfolgreiche Bestandsarbeit setzt die Optimierung der übrigen betrieblichen Prozesse voraus, sagt VEMA-Vertriebsexperte und Prozessbegleiter Tino Sommer. Bild: Pohl

Rund 3.100 Maklerbetriebe mit 21.000 Mitarbeitern, die Partner der VEMA Versicherungs-Makler-Genossenschaft sind, profitieren von vielen Online-Services im Maklerbüro (procontra berichtete). Ein inzwischen schon traditionelles Element ist die Toolbox im Extranet, wo auch zahlreiche Dokumente für den Kundenverkehr hinterlegt sind (procontra berichtete).

Zwei markante Beispiele für die digitale Basisarbeit nannte die Genossenschaft auf ihrem kürzlichen Jahreskongress in Kassel. So würden inzwischen 60 Prozent aller Antragsprozesse dunkel verarbeitet. Man sei in Gesprächen mit Versicherern, um dies in absehbarer Zeit auch bei Bestandsübertragungen und der Schadenbearbeitung hinzubekommen. „Bei Kfz-Schäden bei der SV-Versicherung klappt das schon heute und Bestandsübertragungen bei Axa sind kürzlich auch freigeschaltet worden“, sagte VEMA-Vorstandschef Hermann Hübner am Rande des Kongresses.

Zeitgemäße Anpassung des Versicherungsschutzes

Im Bereich Technologie setzt die Genossenschaft laut Hübner mit oberster Priorität ihr Großprojekt „VEMAdata“ um. Ziel sei die Vernetzung der Informationen und Daten des Versicherungsmaklers (Maklerverwaltungsprogramm samt Kundenstamm- und Vertragsdaten sowie einer VEMA-Schnittstelle zur Kundendatenübergabe), der Genossenschaft (VEMA-Extranet), der Versicherer (Bipro samt Abholung der Dokumente und Vertragsdateien) und auch von externen Quellen.

An dieser Stelle hakte Tino Sommer bei seinem Vortrag auf den VEMA-Tagen ein. Der geprüfte Trainer, Coach und Prozessbegleiter ist als langjähriger Partner der Makler für Vertrieb und Weiterbildung in der Maklergenossenschaft bekannt. Zu Beginn erinnerte Sommer an das sogenannte Sachwalter-Urteil des Bundesgerichtshofs von 1985, das dem Makler die Beweislast dafür aufbürdet, dass ein Schaden auch bei vertragsgerechter Erfüllung seiner Aufklärungspflichten und Beratungspflichten eingetreten wäre (Az.: IVa ZR 190/83).

Daraus leiteten sich für den Makler die Aufklärungs- und Beratungspflicht, die Pflicht zum Tätigwerden und Anpassen der Verträge sowie die Pflicht zum Beweis ab. Das Urteil war eine gute Grundlage für die inzwischen erfolgte Modernisierung des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG) und damit auch die Basis für die Bestandsarbeit. „Bestandsarbeit bringt dem Makler keinen Mehrertrag und wird deshalb häufig als lästig empfunden“, sagte Sommer.

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