bAV: Was trotz BRSG noch alles schief läuft

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In einer Podiumsdiskussion machten die zuständigen Ministerien jedoch keine Hoffnung auf schnelle Nachjustierung beim BRSG. Es gebe kaum Spielraum für arbeitsrechtlich andere Auslegungen, war vom BMAS zu hören. Auch das BMF will das Gesetz erst einmal richtig erproben, ehe womöglich nach fünf Jahren eine Evaluierung anstehe. Man wolle zunächst auch die ersten praktischen Angebote des SPM abwarten.

Beim SPM soll bekanntlich für Arbeitnehmer mehr Rendite-Potenzial durch eine Zielrente erschlossen werden (procontra berichtete). Dem SPM verpasst eine aktuelle Umfrage der Signal Iduna unter reichlich 500 Arbeitnehmern jedoch schon vor dem bundesweiten Start einen Dämpfer. Demnach würden 30 Prozent eine bAV ohne Garantien nicht akzeptieren. Auf Akzeptanz stößt die Zielrente nur, wenn die eingezahlten Beiträge nicht verloren gehen (27 Prozent), der Arbeitgeber die Beiträge einzahlt und nicht auf Lohn verzichtet werden muss (20 Prozent) oder wenn in Anlageformen wie Aktien investiert wird, um die Renditechancen zu erhöhen (7 Prozent).

HDI löst Problem mit bAV-Riester

Arteaga mahnt auch beim bAV-Riester Vereinfachungen an. Bei Privat-Riester erfolge die Beitragszahlung heute, die endgültige Entscheidung über die Zulage komme aber erst im Folgejahr. Diese Verfahrensweise sei für bAV-Riester so nicht zu gebrauchen. „Eine Entscheidung wird vorher benötigt“, so Arteaga, denn „es muss zum Zeitpunkt der Entgeltumwandlung entschieden werden, ob diese aus dem Brutto- oder aus dem Nettoeinkommen erfolgen soll“.

„Muss es nicht“, meint Michael Rosch, Leiter Produktmanagement der HDI Lebensversicherung. In seinem Vortrag erinnerte er daran, dass HDI Anfang Februar 2019 das „Förder-Hopping“ zwischen Entgeltumwandlung und bAV-Riester in einem Vertrag – ohne Tarifwechsel - ermöglicht. Ein ähnliches Produkt bietet R + V, berichtete R+V-Vorstand Rüdiger Bach.

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