Alternative Investments: Whisky als Wertanlage

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Auf der Suche nach Rendite investieren Anleger immer häufiger in Oldtimer, Whisky oder Kunst. Dabei gilt es jedoch einiges zu beachten.

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Das Investment in seltene Weine und Whiskys erlebt einen Aufschwung. Über die Lust auf Hochprozentiges. Body Stock / shutterstock.com

„Ich bringe mein Geld an die Bar. Da gibt’s am meisten Prozente.“ Was einst lediglich als schaler Witz taugte, ist angesichts des andauernden Niedrigzinsumfelds für immer mehr Menschen eine praktikable Option zur Geldanlage geworden. Gemeint ist damit keine nächtliche Zechtour, sondern das Investment in seltene Weine und Whiskys.

So legte der „Rare Whisky Apex 1.000 Index“, in dem die Auktionspreise für die begehrtesten Whisky-Sammlerflaschen reflektiert werden, im Jahr 2018 um über 30 Prozent zu. Seit 2010 betrug das Plus sogar knapp 500 Prozent. Eine Entwicklung, von der Anleger, die beispielsweise in Anleihen oder Gold investiert haben, derzeit nur träumen können. Preise für seltene Whiskys schraubten sich zuletzt in atemberaubende Höhen: So versteigerte das Auktionshaus Christies einen 60-jährigen Macallan aus dem Jahr 1926 im Herbst 2018 für nicht weniger als 1,53 Millionen Dollar.

Whisky als Wertanlage

Whisky wird als Wertanlage angesichts der niedrigen Zinsen immer attraktiver. Laut den auf Whiskys spezialisierten Analysten von „Rare Whisky 101“ wurden 2018 Flaschen im Wert von über 40 Millionen Pfund versteigert – im Vorjahr waren es „nur“ 25 Millionen Pfund. Die Durchschnittsflasche ging dabei für einen Preis von 378 Pfund (499 Dollar) über die Auktionstheke – ein Preis, der auch für den Durchschnittsanleger erschwinglich ist.

„Die Preissteigerungen betreffen nicht nur Flaschen, die weit über 1.000 Euro kosten“, erklärt Gunther Hemmann, Finanzberater aus Dessau. Auch Standard-Whiskeys, die vor zehn Jahren noch 30 bis 50 Euro im Supermarkt gekostet haben, hätten zuletzt stark an Wert zugelegt. „Die Nachfrage war einfach so groß, dass die Lager in Schottland mittlerweile leer sind.“

Natürlich steigt nicht jeder Whisky im Preis. Anleger sollten darauf achten, dass es von der ausgewählten Sorte nur eine bestimmte Flaschenanzahl gibt. „Whiskys werden zudem dann interessant, wenn sie eine Geschichte haben“, weiß Hemmann. Als Beispiel führt er ein Ereignis auf, das der bekannten schottischen Destille „Glenfiddich“ widerfuhr. Hier stürzte im Jahr 2010 das Dach einer Lagerhalle unter zu hohem Schneedruck ein. Der Whisky, der daraufhin der bitterkalten Winternacht und dem Schnee ausgesetzt war, wurde später als „Winter Phoenix“ verkauft und stieg stark im Preis.

Grundsätzlich sollten Anleger jedoch die schwierigere Handelbarkeit von Whiskyflaschen beachten. „Besonders wenn es um die Auflösung einer Sammlung geht, kann das schon kompliziert werden“, weiß Hemmann. Zudem brauchen Anleger entsprechenden Platz sowie eine Versicherung. „Mit einer normalen Hausratsversicherung ist es hier meistens nicht getan“, so Hemmann.

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