Zielgruppe Baugewerbe: Boomende Vertriebschancen für Makler

Versicherungen Top News von Carla Fritz

Bauen hat Hochkonjunktur. Das gilt auch für den gewerblichen Versicherungsschutz der Bauunternehmen und bietet Chancen für Makler. Über besonderen Bedarf und Vertriebsansätze spricht Christian Schattenhofer, Vertriebsdirektor VD Bauwirtschaft der VHV.

Christian Schattenhofer, Vertriebsdirektor VD Bauwirtschaft der VHV.

Christian Schattenhofer, Vertriebsdirektor VD Bauwirtschaft der VHV. Bild: VHV

procontra: Bauboom in Deutschland. Macht sich das auch im gewerblichen Versicherungsschutz bemerkbar?

Christian Schattenhofer: Natürlich geht die gute Auslastung der Unternehmen auch an Bauversicherern nicht vorbei. In laufenden Verträgen verändern sich Lohn- und Gehaltssummen, Umsatz- und Bausummen genauso wie Kredit- und oder Bürgschaftslinien. Der Versicherungsbedarf steigt grundsätzlich in der Summe. Die Überprüfung von Deckungssummen und Limits ist also dringend angeraten. Es verändern sich aber auch die Unternehmensstrukturen dahinter, die bestimmten Versicherungs- oder Kredit- oder Bürgschaftsbedarf abfordern. Wir erleben auch eine veränderte Nachfrage nach Versicherungsschutz.

procontra: In welche Richtung orientiert sich das Absicherungsinteresse der Unternehmen neuerdings?

Schattenhofer: Mit Abstand am stärksten steigt die Nachfrage nach projektbezogener Versicherung – mit begrenzter Laufzeit und bestimmten Deckungssummen nur für diese Zeiträume. Das zeigt: Es ist ein hohes Bauvolumen unterwegs. Diesem Niveau passen Planer ihren Versicherungsschutz an, bei dem dann sehr speziell geprüft wird: Was wird wo gebaut, in welcher Nachbarschaft und mit welcher Bautechnik, auf welchem Untergrund? Auf Basis dieses genau auf das Bauwerk abgestimmten Konzepts lassen sich sehr genaue Risikoprämien berechnen. Und was letztlich auch ein Grund für die starke Nachfrage ist: Es gibt keine Ausfallrisiken. Denn in diesem Konstrukt sind alle am Bau Beteiligten mitversichert – bis zur letzten Nachunternehmerkette.

procontra: Projektbezogene Deckung. Das ist ein dehnbarer Begriff, der konkret wofür steht?

Schattenhofer: Haftpflicht- und Bauleistungsschäden gehen oft ineinander über und gehören deshalb hier vertraglich zusammen. Einen verbindlichen Namen gibt es am Markt dafür nicht. Was sich als Baukombiversicherung für ein Bauprojekt etabliert hat, besteht im Grunde aber aus ‚dreieinhalb‘ Teilen: erstens aus der Berufshaftpflichtversicherung für alle Planer inklusive Fach- und Subplaner. Dazu kommt zweitens die Haftpflichtversicherung für alle ausführenden Betriebe. Auch hier sind alle Subunternehmer – inklusive ihrer eigenen Haftpflicht – eingeschlossen. Dritter Teil ist die Bauleistungsversicherung für Schäden am Bauwerk während der Bauphase.

Optional abgedeckt ist außerdem die Betriebsunterbrechung nach einem Bauleistungsschaden, am Markt allerdings noch nicht durchgängig etabliert. Deshalb die Formulierung „dreieinhalb“.

Das vollständige Interview mit Christian Schattenhofer lesen Sie in der kommenden procontra-Printausgabe. Darin spricht er auch über die Absicherung von Bauunternehmern, die vorrangig Ein- und Zweifamilienhäuser errichten, die aktuelle Risikolage auf dem Bau und wie Vermittler am besten auf die Zielgruppe Baugewerbe zugehen sollten. 

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