Winterstürme: 1 Milliarde Euro Schaden

Versicherungen von Michael Fiedler

Die Sturmsaison des Winters 2018/2019 könnte die deutsche Versicherungswirtschaft teuer zu stehen kommen. Experten rechnen mit einem Gesamtschaden von über 1 Milliarde Euro. Welcher Anteil dabei auf das Sturmtief Eberhard entfällt.

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Stürmischer Rosenmontag in Mainz. Doch längst nicht das Ende der Wintersturmsaison 2018/19. Heide Pinkall / Shutterstock.com

Das Sturmtief Eberhard überzog Deutschland am Wochenende mit Spitzenwindgeschwindigkeiten von mehr als 100 km/h. Betroffen war ein etwa 200 km breite Streifen von Nordrhein-Westfalen bis Sachsen. Zeitweise stellte die Deutsche Bahn in NRW Nah- und Fernverkehr ein. Ähnliche Windgeschwindigkeiten wurden auch im Süden Deutschlands erreicht. „Hohe Wertekonzentrationen in den betroffenen Regionen lassen einen Sachschaden von 600 Mio. Euro für die deutsche Versicherungswirtschaft erwarten“, sagt Onnen Siems, Geschäftsführer der aktuariellen Beratungsgesellschaft Meyerthole Siems Kohlruss aus Köln.

Rosenmontagssturm: 200 Mio. Euro Schaden

„Eine geringfügig höhere Windgeschwindigkeit kann einen markant teureren Schaden bewirken“, erläutert Siems. Die Sachschäden beim Rosenmontagssturm Bennet vergangene Woche fielen mit 200 Mio. Euro deutlich niedriger aus. Bei Bennet hatten, im Unterschied zum aktuellen Sturm, nur rund 10 Prozent der Stationen des Deutschen Wetterdienstes (ohne Bergstationen) Böengeschwindigkeiten von 100 km/h und mehr gemeldet. Bei Eberhard waren es über 25 Prozent.
Im Vergleich zu anderen Stürmen in jüngerer Zeit stellt Eberhard eine mittlere Ausprägung dar. „Betrachtet man die Windwerte von Bennet von vergangener Woche und von Sturm Friederike vom Januar 2018, liegt die Intensität von Eberhard zwischen den beiden“, unterstreicht Siems. Damit liegt Eberhard in einem Bereich, wo ein Teil des Schadens von Rückversicherern übernommen wird.

Die Sturmsaison des Winters 2018/19 begann recht früh am 23. September mit Sturm Fabienne. „Kleinere Ereignisse im Januar und nach Bennet im März lassen ein Sturmschadenaufkommen von rund 1 Milliarde Euro für die deutschen Versicherer in diesem Winter erwarten“, resümiert Siems.

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