Psychische Probleme fordern über 100 Millionen Krankheitstage

Berater von Florian Burghardt

Psychische Erkrankungen sind hierzulande auf dem Vormarsch. Dies zeigt sich, Medienberichten zufolge, auch in der Anzahl der Fehltage und Eintritte in die Erwerbsunfähigkeitsrente. Eine Personengruppe ist dabei besonders betroffen.

Depression, Burnout, Ängste - psychische Erkrankungen haben viele Gesichter. Der Statistik zufolge werden sie zunehmend ärztlich behandelt.

Depression, Burnout, Ängste - psychische Erkrankungen haben viele Gesichter. Der Statistik zufolge werden sie zunehmend ärztlich behandelt. Bild: Pixabay

Die Beschäftigten hierzulande werden immer häufiger aufgrund von psychischen Problemen krankgeschrieben. Die Anzahl solcher Krankheitstage betrug im Jahr 2017 rund 107 Millionen. Damit hat sie sich in den vergangenen 10 Jahren mehr als verdoppelt (Jahr 2007: 48 Millionen psychisch bedingte Krankheitstage). Diese Entwicklung ist aus einer Antwort des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) auf eine Anfrage der Bundestagsfraktion „Die Linke“ abzulesen, über die die Zeitungen der Funke-Mediengruppe berichten.

Die BMAS-Antwort gibt auch Auskunft über die daraus entstehenden Ausfallkosten für die deutsche Wirtschaft. Während die Anzahl der Krankheitstage im genannten Zeitraum um 123 Prozent anstieg, wuchsen die Ausfallkosten sogar um 173 Prozent. Im Jahr 2017 kosteten psychisch bedingte Fehltage die deutsche Wirtschaft damit 33,9 Milliarden Euro.

Ältere Männer am stärksten betroffen

Von psychischen Problemen sind nicht alle Menschen gleich stark betroffen. Wie die Zeitungen berichten, entfallen auf Männer deutlich mehr solcher Krankheitstage als auf Frauen. Auch mit dem Alter wächst die Anzahl psychisch bedingter Krankheitstage. Die meisten gab es bei Männern zwischen 60 und 65 Jahren. Hier kamen auf 100 Krankenversicherte durchschnittlich 434 Fehltage. Frauen zwischen 15 und 20 Jahren hatten die wenigsten solcher Fehltage zu beklagen (durchschnittlich 21 Fehltage auf 100 Versicherte).

Wie es weiter heißt, würde parallel zu dieser Entwicklung auch die Anzahl der beantragten Erwerbsunfähigkeitsrenten (EUR) aufgrund psychischer Störungen steigen. Gegenüber dem Jahr 2007 (53.900 EUR-Eintritte) betrug die Anzahl der EUR-Eintritte 10 Jahre später 71.300. Ein Zuwachs um rund ein Drittel. Diese Zahlen seien auf Sozialversicherungsdaten und Berechnungen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin zurückzuführen. 

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