Nachgerechnet: Für wen die Basisrente lohnt

Berater Versicherungen Top News von Detlef Pohl

Die Basisrente fristet ein Schattendasein. Ursprünglich als geförderte Altersvorsorge für Unternehmer gedacht, bringt sie aber gerade auch der Generation 50 + Vorteile. Was neueste Rechenbeispiele zeigen.

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Nachgerechnet: Für wen sich die Basisrente lohnt. Bild: shutterstock.com

Laut der Umfrage „Trends I/2019“ der BBG Betriebsberatung, an der sich 387 Makler und Mehrfachvermittler beteiligten, ging das meiste Vorsorgegeschäft im vierten Quartal 2018 in Fondspolicen, sagen 53 Prozent der Makler. Es folgen bAV (50,4 Prozent), Riester-Vorsorge (47,2 Prozent) und erst dann die Basisrente (39 Prozent). Weit dahinter rangieren Indexpolicen, Einmalbeitragsverträge und klassische Lebens- oder Privatrentenpolicen (Mehrfachnennungen erlaubt).

An diesem Bild dürfte sich in den nächsten ein bis fünf Jahren kaum etwas ändern. Vorsorgepolicen sind in der Gesamtpalette des Versicherungsangebots heute und in fünf Jahren allenfalls ab Platz 6 zu finden (bAV) und dann erst wieder ab Platz 17 (Fondspolicen). Die Basisrente rangiert dabei konstant um Rang 30 herum unter 39 Produkten. Schlechter läuft der Absatz nur noch in der klassischen Lebens- und Privatrentenversicherung und offenbar der künftigen Riester-Vorsorge.

Basisinvestment nicht nur für Unternehmer

Unter den Basisrenten-Anbietern sind derzeit Allianz (22,6 Prozent Marktanteil), Alte Leipziger (16,4 Prozent) und Volkswohl Bund (10,2 Prozent) mit Abstand die Umsatzfavoriten. Bei sieben von 21 gelisteten Gesellschaften liegt das Basisrentengeschäft mit weniger als 1,3 Marktanteil praktisch am Boden. Das mag daran liegen, dass die Basisrente ursprünglich als nahezu einzige geförderte Altersvorsorgeform für Selbstständige konzipiert worden war. „Sie ist aber inzwischen auch ein ideales Instrument für die Altersvorsorge von gutverdienenden Arbeitnehmern, Frauen und der Generation 50+“, sagt Steuerberater Thomas Dommermuth, Beiratsvorsitzender des Instituts für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP).

Die Vorteile der insbesondere fondsgebundenen Basisrente gegenüber sonstiger staatlich geförderter Altersvorsorge liegen auf der Hand: Zum einen ist ein wesentlich höheres gefördertes Volumen pro Jahr von 24.305 Euro (ledig) oder 48.610 Euro (verheiratet) möglich. Dies ist für Gutverdiener, die auch einen höheren Steuersatz haben, und für die Generation 50+, die nur noch wenig Zeit bis zum Rentenbeginn hat und entsprechend hohe Beiträge leisten will, wichtig. Zudem kann bei der Basisrente auf die Bruttobeitragsgarantie verzichtet werden, was Chancen auf mehr Rendite bringt. Drittens kann das Produkt von jedermann abgeschlossen und das Fördervolumen familienintern verteilt werden, etwa an die Ehefrau.

„Familienausgleich“ für die Ehefrau

Oft haben gutverdienende Ehemänner bereits hohe Ansprüche aus anderen Versorgungswerken, zum Beispiel der bAV, einem berufsständischen Versorgungswerk oder der gesetzlichen Rentenversicherung. Frauen hingegen haben häufig unterbrochene Erwerbsbiografien und dadurch deutlich geringere Rentenansprüche. „Die Basisrente als interner Familienausgleich für die Ehefrau ist eine gute Idee“, findet Dommermuth, zumal Frauen statistisch länger leben.

Dazu nennt der Steuerberater ein Rechenbeispiel: Investiert ein Ehepaar über zehn Jahre jeweils 12.000 Euro jährlich in eine auf die Frau abgeschlossene klassische Basisrente, so kann es mit einer Rendite von knapp 3,96 Prozent pro Jahr nach Förderung, Kosten und Besteuerung gerechnet werden (siehe Grafik). Um die gleiche Rendite zum Beispiel mit einer Anleihe zu erzielen, müsste diese vor Abgeltungsteuer eine Rendite von etwa 5,5 Prozent pro Jahr erzielen – derzeit am Markt ein unmögliches Unterfangen. Es gibt es derzeit keine Anlagen, die eine vergleichbare Rendite wie die Basisrente erwirtschaften, ohne in Produkte mit einem höheren Risikoanteil zu investieren, etwa Aktien oder Aktienfonds.




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