Lebensversicherung: Was Garantien an Rendite kosten

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Können (i)CPPI-Garantiemodelle, wo eine tagesaktuelle automatische Aufteilung und Umschichtung zwischen Deckungskapital und Aktienfonds erfolgt, besser abschneiden? „Ja“, sagt Glissmann. Begründung: Es gibt ein kundenindividuelles Zusammenspiel von Deckungsstock und Fondsanlage. Der Kunde könne die Fondsanlage selbst bestimmen, zudem erfolge automatisch eine börsentägliche Überprüfung und automatische Umschichtung. Unterm Strich blieben auch bei (i)CPPI-Garantiemodellen Vor- und Nachteile. Vorteile: Es besteht die Chance auf höhere Renditen - durch tagesaktuelle Umschichtung -, wobei der Kunde Anlageentscheidungen selbst treffen kann (wenn er will). Zudem wird die Fondsanlage nicht durch das Garantiemodell vorgegeben oder eingeschränkt.

Nachteile: Es entsteht ein erhöhter Aufwand durch tagesaktuelle Anpassungen, zur Fondsanlage werden meist aktiv gemanagte Produkte mit gegenüber passiv anlegenden Produkten höheren Fondskosten vorgegeben (auch wenn Kick-backs zur Kostenreduktion genutzt werden) und bei Schwankungen an den Kapitalmärkten ist man meist zu prozyklischem Umschichten verdammt. Last but not least „ist phasenweise ein hoher Deckungsstockanteil vorhanden“, sagt Glissmann. Am besten funktioniert dies in guten Börsenjahren, während das Modell in schlechten Jahren an seine Grenzen kommt. „Da täglich die endfällige Garantie gesichert wird, sind in unseren Musterkombinationen mit ausgewählten Fonds ungefähr 1,1 bis 1,8 Prozent Renditeminderung durch Kosten zu beobachten“, so Glissmann.

Renaissance der Hybridmodelle

„Derzeit erleben wir eine Renaissance der Hybridmodelle“, hat Glissmann beobachtet. Gemeint ist eine Kombination aus Deckungsstock und einer individuellen Fondsanlage. Dabei gibt es eine jährliche Überschussbeteiligung (häufig ohne garantierte Mindestwertsteigerung). Produktabhängig können ergänzende Kapitalanlagen (etwa Fonds oder Indexanlagen) eingebunden werden. Der Kunde erhält gegebenenfalls eine endfällige, garantierte Erlebensfallleistung, teilweise mit Einschränkungen beim garantierten Rentenfaktor.

Aber auch diese Zwei-Topf-Garantiekonzepte haben Vor- und Nachteile. Vorteile: Konzepte mit monatlicher Anpassung ermöglichen verstärkten Einsatz von Fondsanlagen. Die Renditen des Deckungskapitals werden als Teil der Kapitalanlagen verstanden. Die endfällige Erlebensfallgarantie bietet dem Kunden zusätzliche Sicherheit. Nachteile: Das anteilige Deckungskapital begrenzt die Renditechancen. Die Investmentanlage ist teilweise von der Volatilität der zugrunde liegenden Kapitalmärkte abhängig. Und: Hohes Garantieniveau und kurze Laufzeiten wirken sich negativ auf den Investmentanteil aus.

Fazit von Glissmann: Versicherer verzichten zunehmend auf die Trennung zwischen investment-orientierten Rentenversicherungen mit und ohne Garantie. Garantiehöhen werden flächendeckend variabler und veränderbar.

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