Indexpolicen: Warum der Turbo-Kostenvergleich misslingt

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Indexpolicen sind schwer im Kommen, weil der Renditehebel auf einer Garantie basiert. Was der neueste Rendite-Turbo bei einigen Anbietern bisher bringt und warum der Kostenvergleich im Detail nicht gelingt.

Der Einschluss der Erhöhungsoption (Index-Turbo) lohnt: Bei indexgebundenen Rentenversicherungen hat er in der jüngsten Vergangenheit meist höhere Renditen gebracht, aber auf Kosten der Garantie, weiß IVFP-Chef Michael Hauer.

Der Einschluss der Erhöhungsoption (Index-Turbo) lohnt: Bei indexgebundenen Rentenversicherungen hat er in der jüngsten Vergangenheit meist höhere Renditen gebracht, aber auf Kosten der Garantie, weiß IVFP-Chef Michael Hauer. Bild: IVFP

Laut der Umfrage „Trends I/2019“ der BBG Betriebsberatung ging das meiste Vorsorgegeld im vierten Quartal 2018 in Fondspolicen (procontra berichtete). Weit hinten rangieren noch Indexpolicen. Allerdings haben sie in jüngster Zeit stark aufgeholt. Mehr als jeder dritte Makler hat sie schon erfolgreich in die Beratung eingebaut. Beim Umsatz schafften es Indexpolicen inzwischen auf Platz 20 unter 39 Versicherungsprodukten, Tendenz weiter Richtung Spitze steigend.

Unter den Indexrenten-Anbietern dominieren derzeit beim Umsatz Allianz (34 Prozent Marktanteil), Volkswohl Bund (22 Prozent) und Stuttgarter (16,7 Prozent) mit weitem Abstand. Die restlichen neun gelisteten Gesellschaften kommen zusammen nur auf 24 Prozent Marktanteil und sind damit - bis auf Nürnberger und Condor - mit jeweils weniger als 3,3 Prozent Marktanteil praktisch kaum von Bedeutung. Das mag auch an der Historie liegen, denn Indexpolicen gibt es gerade mal seit etwas mehr als zehn Jahren.

Permanente Wahl: Normaler Überschuss oder Index-Beteiligung

Bei dieser Produktgattung können Kunden jedes Jahr wählen, ob sie die Überschüsse in Form einer Gutschrift erhalten oder diese gegen eine Partizipation an einem Index eintauschen möchten. Inzwischen gibt es auch drei Gesellschaften, die eine Erhöhungsoption (Index-Turbo) anbieten. Wählt der Kunde diese Option, werden zusätzlich zu den Überschüssen auch noch Anteile des Vertragsguthabens für die Indexpartizipation verwendet. Dadurch ist eine höhere Rendite möglich, aber „im Gegenzug kann das Vertragsguthaben von einem auf das andere Jahr sinken“, sagt Professor Michael Hauer, Geschäftsführer des Instituts für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP).

Die Stuttgarter Lebensversicherung gilt als Pionier der Erhöhungsoption. Bei ihrem Produkt index-safe haben die Kunden bereits seit Einführung 2016 die Möglichkeit, den Index-Turbo zu zünden. Seit 2019 können sich Kunden überdies für den „Index-Turbo Plus“ entscheiden, der die Renditechancen zusätzlich erhöhen soll. Neben der Stuttgarter bieten inzwischen noch Allianz (Chancenturbo bei IndexSelect Plus) und Ergo (Index Plus bei Rente Balance) in ihren Indexpolicen eine derartige Erhöhungsoption an.

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