Geldsegen: Diese deutschen InsurTechs kassieren ab

Berater von Florian Burghardt

Die deutschen InsurTechs haben bei weltweiten Investoren an Beliebtheit gewonnen. Nie zuvor konnten sie so viel Geld einsammeln wie 2018. Besonders viel abräumen konnte ein junges Unternehmen, das kein gutes Haar an Maklern lässt.

Für deutsche InsurTechs war 2018 ein Rekordjahr in Sachen Investorengelder. Im weltweiten Vergleich wirkt das eingesammelte Kapital aber eher wie Peanuts.

Für deutsche InsurTechs war 2018 ein Rekordjahr in Sachen Investorengelder. Im weltweiten Vergleich wirkt das eingesammelte Kapital aber eher wie Peanuts. Bild: Pixabay

Es ist eine gewaltige Steigerung: Deutsche InsurTechs kassierten im Jahr 2018 insgesamt 173 Millionen US-Dollar von weltweiten Investoren. Das sind rund 100 Millionen US-Dollar mehr als noch im Jahr 2017, der bisherigen Höchstmarke. Damit sind technologisch ausgerichtete Unternehmen der deutschen Assekuranz international so beliebt wie nie zuvor, urteilt man bei Finanzchef24.

Bereits zum vierten Mal hat das auf die Absicherung von Unternehmen und Selbstständigen spezialisierte InsurTech seine „InsurTech-Funding Studie“ durchgeführt. Dafür werden die Daten aus den Presseveröffentlichungen der Unternehmen sowie von der Start-up-Datenbank Crunchbase zusammengetragen.

Makler-Gegner Coya räumt ab

Die Studienautoren sorgen bei ihrer Analyse auch für eine Kategorisierung der Teilnehmer an der deutschen InsurTech-Landschaft. Aus dieser ist zu entnehmen, ob das InsurTech zum Beispiel im Bereich der Versicherungsmakler oder Software-Hersteller tätig ist und ob es sich eher an Endkunden (B2C) oder andere Anbieter (B2B) wendet.

Die erfolgreichste dieser Kategorien war im Jahr 2018 die der Direktversicherer bzw. Ausschließlichkeitsvertreter („Direct Insurer/Tied Agent“). Mit 92 Millionen US-Dollar floss ihr mehr als die Hälfte des Gesamtvolumens in deutsche InsurTechs zu. Mit knapp 30 Millionen US-Dollar erhielt der neue Direktversicherer Coya die höchste öffentlich bekannte Einzelfinanzierung. Noch bevor das Unternehmen im vergangenen Jahr die BaFin-Lizenz erhielt, hatte es bereits jeglicher Chance auf eine Zusammenarbeit mit persönlichen Vermittlern, ganz konkret auch Maklern, eine Absage erteilt. Ein weiterer Krösus unter den jungen Unternehmen ist Simplesurance aus Berlin.

Everything’s bigger in America

Während sich die deutsche Szene über den enormen Geldsegen freut, wird in anderen Teilen der Welt in einer ganz anderen Liga gespielt. So konnten die US-amerikanischen InsurTechs Oscar und Cambridge alleine jeweils über 500 Millionen US-Dollar von Investoren einsammeln. Auch policy bazaar aus Indien kam mit seinen 200 Millionen US-Dollar immer noch auf mehr neues Kapital als die gesamte deutsche InsurTech-Branche zusammen.

Eine grafische Übersicht der deutschen InsurTech-Szene und ihrer Investitionen 2018 hat Finanzchef24 hier zum Download bereitgestellt.

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