Ergo: Vom Prügelknaben zum Goldjungen

Versicherungen Meistgeklickt von Florian Burghardt

Bei der Munich Re geht es wieder aufwärts. Dazu trägt auch ihr Erstversicherer Ergo bei, der nach Stellenabbau und Modernisierungsmaßnahmen immer besser in Tritt kommt. Woran das liegt und welche Ziele nun verfolgt werden.

Bei der Ergo scheint sich das Strategieprogramm inklusive Stellenabbau und IT-Modernisierung zunehmend auszuzahlen.

Bei der Ergo scheint sich das Strategieprogramm inklusive Stellenabbau und IT-Modernisierung zunehmend auszuzahlen. Bild: Ergo

Die Munich Re hat das enttäuschende Geschäftsjahr 2017 hinter sich gelassen. Mit einem Gewinn von 2.275 Millionen Euro fiel das Ergebnis des Rückversicherers für 2018 beinahe sechs Mal so hoch aus wie im vorangegangenen Großschaden-Jahr. Für das laufende Jahr wird ein Gewinn von 2,5 Milliarden Euro anvisiert, in 2020 sollen es dann sogar 2,8 Milliarden Euro werden. Diese Neuigkeiten konnte der Vorstandsvorsitzende, Joachim Wenning, auf der heutigen Bilanzpressekonferenz verkünden.

Dabei ging er auch auf die darin enthaltenen Ergebnisse der Erstversicherungstochter Ergo ein. Diese entwickelt sich zunehmend – die gendergerechte Sprache macht es möglich – vom Prügelknaben zum Goldjungen der Munich Re. Denn während im Geschäftsjahr 2016 noch ein Verlust von 40 Millionen Euro zu Buche stand, wurde das gesteckte Gewinnziel bereits 2017 wieder übertroffen.

Das gelang Ergo auch im vergangenen Jahr. Mit einem Gewinn von 412 Millionen Euro schloss die Ergo Group deutlich besser ab als die gesteckte Gewinnrange von 250 bis 300 Millionen Euro. Das Segment Leben/Gesundheit Deutschland brachte es dabei auf ein Ergebnis von 264 Millionen Euro. Entgegen dem Markttrend blieb der Gewinn aus dem Schaden/Unfall-Segment mit 45 Millionen Euro hinter dem des Vorjahres (57 Millionen Euro) zurück. Dafür konnte sich der Gewinn aus dem internationalen Versicherungsgeschäft mit 103 Millionen Euro mehr als verdoppeln (40 Millionen Euro).

Stellenabbau bringt Kostensenkung

Zwar stiegen die gesamten Beitragseinnahmen der Ergo um 0,8 Prozent von 18.548 auf 18.688 Millionen Euro. Der deutliche Gewinnanstieg lässt sich aber vor allem an den verbesserten Schaden-Kosten-Quoten festmachen. Diese lagen im deutschen Schaden/Unfall-Segment bei 96 Prozent (2017: 97,5 Prozent) und im Segment International mit 94,6 Prozent (2017: 95,3 Prozent) sogar auf einem neuen Rekordwert.

„[…] bei Ergo zeigen sich deutlich die Erfolge des Strategieprogramms“, stellte Wenning heute fest. Vor knapp drei Jahren hatte die Konzernmutter ihrem Erstversicherer einen drastischen Umbau verordnet – inklusive einem umfangreichen Stellenabbau, für den die Unternehmen einige mediale Prügel einstecken mussten. Die Berechnungen scheinen nun aber aufzugehen. Für das Geschäftsjahr 2019 werden sogar rund 400 Millionen Euro Gewinn erwartet.

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