Brexit: Übergangsfristen für deutsche Policen

Versicherungen von Detlef Pohl

Vertrieb und Kundenbetreuung in Deutschland stehen für britische Versicherer nach dem Brexit auf der Kippe. Das könnte für hiesige Kunden und Makler unangenehm werden. Ein neues Gesetz schafft zumindest für die nächsten 21 Monate Sicherheit.

Beim Ausscheiden aus der EU verliert Großbritannien auch die Vertriebsrechte für Versicherungen in Deutschland. Der Bundestag hat aber Übergangsregelungen beschlossen.

Beim Ausscheiden aus der EU verliert Großbritannien auch die Vertriebsrechte für Versicherungen in Deutschland. Der Bundestag hat aber Übergangsregelungen beschlossen. Bild: Pixabay

Nur noch wenige Tage bis zum Brexit: Am 29. März verlässt Großbritannien die EU – zumindest theoretisch. Denn praktisch ist der Austrittszeitpunkt noch gar nicht bekannt. Je nach dem, ob es noch zu einem Vertrag über einen geregelten Brexit kommt (weicher Brexit) oder nicht (harter Brexit), dürften noch bis zu knapp zwei Jahre vergehen.

Wie auch immer: Mit dem Brexit wird das Vereinigte Königreich auch aus dem Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) ausscheiden und künftig in steuerlicher und finanzmarktrechtlicher Hinsicht als Drittstaat zu behandeln sein. Dies bringt eine Fülle praktischer Probleme mit sich. Beispiel Versicherungen: Britische Versicherungsgesellschaften dürften deutsche Kunden danach eigentlich nicht mehr betreuen und Policen hierzulande nicht mehr vertreiben.

Übergangsfristen für deutsche Kunden und Vertriebe

Um solche Probleme zu entschärfen, hat der Bundestag am 21. Februar 2019 das „Gesetz über steuerliche und weitere Begleitregelungen zum Austritt des Vereinigten Königreichs Großbritannien und Nordirland aus der Europäischen Union“ – kurz Brexit-Steuerbegleitgesetz – beschlossen. Folge: Britische Gesellschaften dürfen deutsche Kunden selbst nach einem harten Brexit nach dem 29. März weiter betreuen und Versicherungen vertreiben – wenn auch nur befristet für weitere 21 Monate.

Ohne dieses Gesetz wäre die Beratung deutscher Kunden durch britische Versicherer in gut drei Wochen abgerissen beziehungsweise illegal geworden. Denn Drittstaaten verfügen nicht über Passporting-Rechte für den Vertrieb von Versicherungen in Deutschland. Viele Anbieter haben die Bestände daher schon auf eine Gesellschaft in einem EU-Land übertragen – aber nicht alle.

Seite 1: Übergangsregelung für britische Versicherer
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