Barwerte: Warum sich manche ärmer fühlen als sie sind

Berater Top News von Detlef Pohl

Geht es um die Finanzplanung fürs Alter, sind unabhängige Vermittler in ihrem Element. Doch manche vergessen, die gesetzlichen Rentenansprüche einzurechnen. Deren Barwerte sind oft beträchtlich. Wie man Barwerte einfach ermitteln kann.

Die richtige Vorsorge und die Einberechnung der Barwerte für Renten aller Art zeigt, dass viele im Alter deutlich mehr als nur Kleingeld ausgeben können. Bild: Pixabay

Der Bürger kann sich in Finanzdingen am meisten auf sich selbst verlassen. Nur durch Eigeninitiative, unterstützt durch möglichst unabhängige Berater, lässt sich die Finanzplanung fürs Alter vernünftig angehen. „Spare für die Zeit im Alter, auch wenn es dafür keine Zinsen gibt“, rät Finanzanalytiker Volker Looman (procontra berichtete).

Mit dem Sparen und Absichern so früh wie möglich anzufangen, ist dabei schon fast eine Binsenweisheit. Das haben viele der Babyboomer getan, also der heutigen Generationen ab 50+. Dennoch jammern viele, dass sie trotz eigentlich guter privater Rücklagen kaum mehr als 1.000 Euro pro Monat im Rentenalter ausgeben können. Doch das ist in vielen Fällen ein Trugschluss, denn sie können sich in Wahrheit viel mehr leisten.

Barwerte gehören mit zum Vermögen

An dem Trugschluss sind auch unabhängige Berater nicht ganz unschuldig. Häufig berechnen sie die Versorgungslücke falsch und packen dann so viel wie möglich Produkte in die Vorsorge hinein, damit ihre Kunden im Alter mit zusätzlichem Vermögen dastehen. Manche vergessen aber – wie die meisten Kunden -, dass zum Vermögensstatus auch die Rentenansprüche gehören. Und die sollten nicht nur aus der aktuellen Renteninformation des gesetzlichen Rententrägers abgelesen werden, sondern gehören abgezinst mit der Lebenserwartung in den Statusbericht.

Wie das ganz einfach funktioniert, berichtete Looman vergangene Woche in seiner FAZ-Kolumne. Auch in seinem Beispiel ist mehr Geld vorhanden als dem Mittsechziger-Ehepaar bewusst war. Zwar nennen sie eine schuldenfreie Eigentumswohnung ihr Eigen und haben einige hunderttausend Euro auf dem Konto. Doch sie zweifeln, ob das reicht.

Dabei beziehen die beiden 65-Jährigen demnächst eine gesetzliche Altersrente und der Mann noch eine Betriebsrente. Rechnen wir etwas bescheidener als Looman bei seinen meist Bestverdiener-Beispielen und bedenken die 65 Jahre alte Frau im Monat mit 1.000 Euro Altersrente und ihren gleichaltrigen Mann mit 1.500 Euro netto. Hinzu kommt die monatliche Betriebsrente des Mannes in Höhe von 400 Euro – alles netto. Könnten Sie als Berater die Barwerte der Renten bestimmen? Klar, werden einige sagen. Andere kommen vielleicht ins Grübeln.

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