Arag-Familienstreit endet nach 35 Jahren

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Die Arag Versicherung gehört zu nicht unerheblichen Teilen der Familie von Konzern-Chef Paul-Otto Faßbender. Nun ging – von der Öffentlichkeit unbemerkt – der jahrzehntelange Erbstreit mit seiner Schwester zu Ende. Dabei ging es um Millionen.

Muss 3,5 Millionen Euro plus Zinsen als Ausgleich für die geerbten Firmenanteile an seine Schwester zahlen: Arag-Vorstandschef Dr. Paul-Otto Faßbender.

Muss 3,5 Millionen Euro plus Zinsen als Ausgleich für die geerbten Firmenanteile an seine Schwester zahlen: Arag-Vorstandschef Dr. Paul-Otto Faßbender. Bild: Arag

Die Arag ist der größte Rechtsschutzversicherer auf dem deutschen Markt. Da passt es, dass das Düsseldorfer Unternehmen auch mit einem der am längsten andauernden Prozesse in Verbindung steht. Allerdings handelt es sich dabei nicht um einen Leistungsfall, sondern um einen Rechtsstreit zwischen den Firmeneignern. Dieser sei nun aber endgültig vorbei. Das hat das zuständige Oberlandesgericht Düsseldorf der dpa auf Anfrage bestätigt.

Im Jahr 1983 war der heutige Vorstandsvorsitzende, Dr. Paul-Otto Faßbender, von seiner Schwester verklagt worden. Der Vater hatte testamentarisch verfügt, dass seine Firmenanteile am Versicherungskonzern in einer Hand bleiben sollten und zwar in der seines Sohnes. Faßbenders jüngere Schwester sollte dafür aber finanziell entschädigt werden. Wie hoch diese Entschädigung letztendlich ausfallen sollte, darüber entbrannte ein Streit mit jahrzehntelanger rechtlicher Auseinandersetzung. Dieser dauerte so lange, dass Medienberichten zufolge im Verlauf des Verfahrens einer der Anwälte starb und ein Gutachter an Demenz erkrankte.

3,5 Millionen Euro plus Zinsen

Laut der dpa-Meldung hat das OLG im Berufungsverfahren bereits vor Monaten das Urteil des Düsseldorfer Landgerichts aus dem Jahr 2017 (Az: I-7 U 67/17) weitgehend und rechtskräftig bestätigt. Demnach muss der Arag-Chef seiner Schwester Petra als Ausgleich für die Firmenanteile des Familienzweigs rund 3,5 Millionen Euro plus Zinsen zahlen. Allerdings muss sie auch 70 Prozent der Anwalts- und Prozesskosten tragen, die laut Schätzungen mehrere hunderttausend Euro betragen dürften.

Wie die dpa weiter berichtet, sollen sich die beiden Geschwister parallel in zwei weiteren Verfahren vor dem Düsseldorfer LG um mehrere Millionen Euro streiten. Dem Vernehmen nach wollen beide Seiten nun aber versuchen, über ein Mediationsverfahren eine einvernehmliche Gesamtlösung zu suchen.

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