23 Stunden für 10.000 US-Dollar

Panorama von Michael Fiedler

Versicherungen zahlen nie und nutzen das Kleingedruckte, um Kunden zu verwirren? Das Gegenteil ist der Fall, wie ein Beispiel aus den USA zeigt. Für das Lesen der Versicherungsbedingungen erhielt eine Frau 10.000 US-Dollar. Wie es dazu kam.

Versicherungsbedingungen Donelan Andrews Squaremouth Insurance US Dollar

Kaufte eine Reiseversicherung und bekam 10.000 US-Dollar: Donelan Andrews Bild: Squaremouth

Das Kleingedruckte von Versicherern zu lesen, ist für viele Deutsche schlimmer, als die eigene Steuererklärung zu erstellen. Zu lange Wörter, Schachtelsätze und auch die viel zu hohe Informationsdichte werden kritisiert. Die Folge: Verträge werden nicht gelesen und im Schadensfall tritt Unzufriedenheit auf, weil fälschlicherweise angenommen wurde, jedes Risiko sei versichert. So umschreibt der amerikanische Versicherer Squaremouth die Gründe für seinen Wettbewerb „Lesen lohnt“ („Pays to Read“). Und dieser heimliche Wettbewerb bescherte einer 59-Jährigen 10.000 US-Dollar (etwa 8.200 Euro).
Donelan Andrews aus dem Bundesstaat Georgia schloss eine Reiseversicherung ab und las das Kleingedruckte gründlich. Dort fand sie auf den letzten Seiten den Hinweis auf den Wettbewerb des Versicherers und meldete sich bei Squaremouth.

23 Stunden für 10.000 Dollar

Die Lehrerin überraschte damit den Versicherer, der den Hinweis auf den Wettbewerb erst 23 Stunden zuvor in neue Vertragsunterlagen einfließen ließ.
Der Versicherer spendete zudem jeweils 5.000 US-Dollar an die beiden Schulen, an denen Donelan unterrichtet und weitere 10.000 US-Dollar an „Reading Is Fundamental“, die größte gemeinnützige Organisation für die Alphabetisierung von Kindern in den USA.

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