Weiterbildung: Master in Cyber

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Weiterbildung zum Spezialisten für Vermögensschadenhaftpflicht und gleichzeitig zum Cyberprofi. An der Rheinischen Fachhochschule Köln (RFH) ist das erstmals auf akademischen Wege möglich. Die beiden Studiengangsleiter, Rechtsanwältin Friederike Scholz und Michael Kroll (RFH, Liberty Mutual Insurance Europe SE) im procontra-Interview.

Weiterbildung_Cyber_berufsbegleitend_Studiengang

Rechtsanwältin Friederike Scholz (links) sowie Michael Kroll, Lehrbeauftragter für Versicherungsrecht an der RFH/Prokurist VH, Liberty Mutual Insurance Europe SE, Deutschland im Interview. Bild: RFH/Bearbeitung procontra

procontra: Der Name des neuen Masterstudiengangs erscheint etwas sperrig. Was können Sie über die Inhalte sagen, die dazu an der Rheinischen Fachhochschule Köln vermittelt werden?

Friederike Scholz: Der Studiengang ist so konzipiert, dass er die drei klassischen Felder der Vermögensschadenhaftpflicht abdeckt: D&O-Haftung, Haftung der verkammerten Berufe sowie für die große restliche Gruppe, das heißt, Vereine juristische Personen des öffentlichen Rechts, Dienstleister inkl. Vermittler etc. Das drückt sich auch im Namen aus. Um den haben wir lange gerungen und uns letztlich auf das kleine Monster geeinigt.

Michael Kroll: Wir verstehen dies zugleich als Start einer Reihe von Studiengängen, die unter dem Label Liability, Risk and Insurance – Haftung, Risiko und Versicherung – bezogen auf andere Sparten folgen können.

procontra: Wer kann oder soll sich von dem neuen berufsbegleitenden Studienangebot angesprochen fühlen?

Kroll: Alle diejenigen, die sich in den drei genannten Bereichen wiederfinden. Das sind im Prinzip alle Berufsgruppen im Versicherungsbereich, die sich in der VH zu Hause fühlen, sich fort- oder ausbilden oder spezialisieren wollen. Auf Seiten der Assekuranz wenden wir uns in erster Linie an Underwriter oder solche, die es werden sollen. Genauso aber auch an Vermittler, insbesondere Makler, die in dieser Richtung spezialisiert sind oder das vorhaben.

Scholz: Auf der Strecke Vermögensschaden sind auch viele spezialisierte Rechtsanwälte unterwegs. Überall sucht der Markt händeringend nach Nachwuchs, der hochspezialisiert sein muss im Bereich Recht und BWL in Kombination mit dem Versicherungswesen.

Man muss kein Jurist sein, um zu bestehen

procontra: Das Studium schließt mit dem akademischen Grad „Master of Laws“, LL.M., ab. Was wird denn für die Zulassung an Vorwissen und Qualifikation erwartet?

Scholz: Man muss kein Jurist sein, um das Studium zu bestehen. Vorkenntnisse und Erfahrung in der Versicherungsbranche sind schon nötig und ein abgeschlossenes Studium in einem einschlägigen Fach. Jemand, der völlig unbeleckt kommt, wird mit dem Studiengang überfordert sein.

Kroll: Wer die formalen Voraussetzungen nicht mitbringt oder den Abschluss nicht will, dem ist das Studium aber nicht automatisch verschlossen. Als Gasthörer kann er auch einzelne Module absolvieren. Der Makler kann sich beispielsweise gezielt auch nur für Cybermodule anmelden. Auch da sehen wir eine stark wachsende Nachfrage nach Know-how.

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