Pflege statt Phlegma

Berater Top News Meistgeklickt von Martin Thaler

Impuls aus der Wirtschaft

Stattdessen sollten die Menschen von sich aus aktiv werden. „Ab einem Alter von 40 bis 50 Jahren sollte man über den Abschluss einer Pflegezusatzversicherung nachdenken“, sagt Waizmann. Auch Makler sollten dann aktiv das Gespräch bei dieser Klientel suchen. „Besonders Frauen müssen in den Fokus der Debatte gerückt werden“, ist DFV-Chef Knoll überzeugt. Schließlich sei ihre Lebenserwartung höher, das Demenzrisiko zudem doppelt so hoch und ihre Rente im Alter meist geringer.

Unterstützung könnte dabei aus der Wirtschaft kommen: So vereinbarte im November vergangenen Jahres der Düsseldorfer Henkel-Konzern zusammen mit der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie und der Deutschen Familien Versicherung die nach eigenen Angaben erste betriebliche Pflegezusatzversicherung in Deutschland. Unter dem Namen „Care Flex“ werden nun rund 9.000 Mitarbeiter des Chemiekonzerns automatisch mit einem Basis-Tarif abgesichert – die Gelder hierfür werden aus der betrieblichen Altersvorsorge der Mitarbeiter umgeschichtet.

1.000 Euro leistet „Care Flex“ bei stationärer Pflege in den Pflegegraden 2 bis 5. Das reicht zwar nicht, um den Eigenanteil, der in Düsseldorf laut Angaben von Henkel bei rund 2.400 Euro liegt, zu decken. Allerdings bietet „Care Flex“ die Möglichkeit, weitere Leistungen hinzuzubuchen und auch Familienmitglieder mitzuversichern. Als „Vorbild“ lobte Erwin Rüddel, Vorsitzender des Bundestags-Gesundheitsausschusses das Modell. Andere Unternehmen könnten nachziehen.

Für Makler könnte in dieser Entwicklung auch eine Chance liegen. Schließlich werden auf diese Weise zahlreiche Menschen mit dem Thema Pflege und den Unzulänglichkeiten des jetzigen Systems konfrontiert.

Der Text erscheint mit Zusatzmaterial in der kommenden procontra-Ausgabe.

Seite 1: Zurückhaltung beim Kunden
Seite 2: Impuls aus der Wirtschaft

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare