OLG Köln: Gemietete Solaranlage mitversichert

Recht & Haftung Versicherungen Berater Top News von Detlef Pohl

Versicherungsbedingungen unterliegen einem steten Wandel, gerade in der Gewerbeversicherung. Makler sollten Firmenkunden-Policen regelmäßig prüfen. Hinweise dazu liefern Urteile zur Gewerbeversicherung. Heute: Diebstahl von gemieteten Solarmodulen.

Nicht nur Eigentümer können ihre Vermögenswerte versichern, sondern auch Dritte, etwa Mieter, wenn dies mit in den Versicherungsvertrag aufgenommen wird, sagt Rechtsanwalt Tobias Strübing. Bild: Wirth Rechtsanwälte

Nach einer Bedarfsanalyse sollten Makler darauf achten, dass auch spezifische Versicherungsinteressen ihrer Firmenkunden in den Versicherungsvertrag aufgenommen werden. Sonst drohen trotz Versicherungsschutz Deckungslücken (procontra berichtete). Es sind nämlich durchaus Auslegungen der AVB möglich, quasi im Sinne einer Individualvereinbarung.

Dass dies hilfreich ist, zeigt der folgende Fall. Hier hat der Kunde seine spezifischen Interessen mit in den Vertrag aufnehmen lassen und so eine Lücke im Versicherungsschutz vermeiden können.

Sachverhalt

Eine Firma hatte von einer inzwischen insolventen Aktiengesellschaft Photovoltaikanlagen gemietet. Für diese Anlagen hatte die Firma eine Elektronikversicherung abgeschlossen. Die Police sollte unter anderem Diebstahl der gemieteten Solaranlagen helfen. Der Insolvenzverwalter verkaufte zwischenzeitlich die Anlagen an ein anderes Unternehmen, wobei die Eigentumsverhältnisse weiter unklar blieben.

Kurz darauf wurden die Module tatsächlich gestohlen. Die Firma meldete den Diebstahl dem Versicherer und beantragte Leistungen. Der Versicherer lehnte dies mit der Begründung ab, dass die Firma gar nicht Eigentümer der Anlage gewesen sei. Daraufhin verklagte die Firma ihren Versicherer.

Seite 1: Der Sachverhalt
Seite 2: Die Entscheidung

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare