Maklerstatus: Einstufung als Handelsmakler gefährlich

Berater Top News Versicherungen von Detlef Pohl

Simon verweist auf die Probleme, die sich aus den unterschiedlichen Leitbildern ergeben. Der Handelsmakler unterliegt keiner Erlaubnis- und/oder Registrierungspflicht durch die Aufsichtsbehörden und wird grundsätzlich für beide Seiten tätig (Doppelrechtsverhältnis). Damit ist er beiden Seiten zur Maklertreue verpflichtet und haftet bei schuldhafter Sorgfaltspflichtverletzung beiden Parteien (nach Paragraf 98 HGB). Er hat aber grundsätzlich keine Tätigkeitspflicht. Soweit nichts anderes vereinbart wird, zahlen beide Parteien die Vergütung.

Völlig anders ist es beim Versicherungsmakler nach VVG/GewO: Er hat ausschließlich die Interessen seines Auftraggebers wahrzunehmen, muss eine Interessenkollision unter allen Umständen vermeiden und kann bei Verstoß sanktioniert werden. Zwingend ist eine gewerberechtliche Erlaubnis der zuständigen IHK zur Berufsausübung und die Eintragung in das Versicherungsvermittlerregister.

Versicherungsmakler nach VVG ist niemals neutral

Rechte und Pflichten zwischen Makler und Kunde werden im Maklervertrag geregelt. Der Makler geht dabei in der Regel ein Dauerschuldverhältnis ein, wenn er auch die Betreuung des Versicherungsbestandes des Kunden übernimmt. Mit Ausnahme der Vergütung für erfolgreiche Vermittlung von Nettopolicen zahlt der Auftraggeber über den Beitrag die Vergütung für Makler an den Versicherer, der sie an den Makler weiterzuleiten hat.

Anders als beim Handelsmakler ist die Courtage jedoch nicht mit dem Zustandekommen des Vertrages verdient, sondern erst dann, wenn die Beiträge vereinnahmt wurden. Makler unterliegen dabei einer Stornohaftung für empfangene Courtagevorschüsse in der Lebens- und privaten Krankenversicherung. Die vom Makler vermittelten Versicherungsverträge müssen den Bedürfnissen des Mandanten unter Berücksichtigung von dessen Wünschen und Zielen entsprechen. Sie setzen eine individuelle Bedarfs- und Risikoanalyse durch den Makler voraus.

Seite 1: Alte Courtagezusagen bergen Gefahr
Seite 2: Rechtslage "zwischen den Stühlen"
Seite 3: Was Makler konkret tun sollten