Bundesregierung trödelt bei Altersvorsorge

Berater von Florian Burghardt

Der tendenzielle Vertrauensverlust erstreckt sich aber nicht nur über die Gruppe der Endkunden. Auch auf Seiten der Produktanbieter wachsen die Zweifel mit Blick auf die Termintreue der Bundesregierung. Das geht aus einer zum wiederholten Male durchgeführten Erhebung des Finanzdienstleisters MLP hervor, der dazu Führungskräfte von 20 Versicherungsunternehmen befragt hat, die im Bereich der Altersvorsorge für einen deutschen Marktanteil von über 50 Prozent stehen.

Von ihnen glauben 70 Prozent, dass die Bundesregierung es nicht schaffen wird, die bis 2021 geplante säulenübergreifende Renteninformation rechtzeitig einzuführen. Auch wenn sich zu dem Vorhaben jüngst einige Entwicklungen vermelden ließen, glauben nur 10 Prozent der befragten Versicherer an eine rechtzeitige Fertigstellung. Das hat auch Auswirkungen auf die Beteiligungsbereitschaft der Versicherer an einem solchen Rentenportal. Wollten laut der MLP-Umfrage im Jahr 2017 noch 89 Prozent mitmachen, bekundeten diesmal (Dezember 2018) nur noch 79 Prozent ihr Interesse.

Dabei wäre eine rechtzeitige oder vielleicht sogar schnellere Fertigstellung durchaus wünschenswert – sowohl für die Verbraucher als auch für die Anbieter und ihren Vertrieb. Denn laut der MLP-Umfrage halten 9 von 10 Befragten eine transparente Information über den Stand der Altersvorsorge weiterhin für wichtig, um die Bürger bei der Altersvorsorge zum Handeln zu bewegen.

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