Bundesregierung trödelt bei Altersvorsorge

Berater von Florian Burghardt

Die Bundesregierung will die private Altersvorsorge weiterentwickeln. Doch das geht nur langsam voran, zum Beispiel bei Riester-Reform oder säulenübergreifender Renteninformation. Das sorgt für Negativtrends bei Endkunden und Anbietern.

Böse Zungen würden behaupten, die Bundesregierung bewegt sich bei der geplanten Weiterentwicklung der privaten Altersvorsorge im Schneckentempo.

Böse Zungen würden behaupten, die Bundesregierung bewegt sich bei der geplanten Weiterentwicklung der privaten Altersvorsorge im Schneckentempo. Bild: Pixabay

Eigentlich hatte die Kleine Anfrage der FDP-Bundestagsfaktion vom 24.01.2019 das europäische Altersvorsorgeprodukt PEPP (Pan European Pension Product) als Aufhänger. Die Abgeordneten wollten wissen, wie die Bundesregierung Ziele, Maßnahmen und den aktuellen Stand der Reform beurteilt. Doch dann stand da auch noch die Frage Nummer 7 auf dem Papier: „Plant die Bundesregierung ihrerseits eine Stärkung der privaten Altersvorsorge in dieser Legislaturperiode? Wenn ja, welche Maßnahmen sind zurzeit in der Diskussion?“

In der Antwort heißt es, dass die Bundesregierung am Drei-Säulen-Modell der Alterssicherung festhalten und in diesem Rahmen die private Altersvorsorge weiterentwickeln und gerechter gestalten wolle. Als Beispiel dafür nannte sie die Weiterentwicklung der Riester-Förderung beziehungsweise von Riester-Produkten. Dazu würde die Regierung derzeit unter anderem von Anbietergruppen sowie aus dem Bereich der Verbraucherschützer die unterschiedlichsten Vorstellungen erhalten. Erst nach deren sorgfältiger Prüfung wolle man sich auf das weitere Vorgehen festlegen.

Vertrauen schwindet

Diese Prüfung scheint wirklich sehr sorgfältig abzulaufen. Zumindest ist von Eile keine Spur. Schließlich wurde mit dem Entwurf zum Koalitionsvertrag schon vor über einem Jahr festgelegt, dass man „zügig“ ein attraktives standardisiertes Riester-Produkt entwickeln wolle. Auch an Reformvorschlägen mangelt es seitdem nicht.

Dass trotzdem noch nichts Handfestes auf dem Tisch liegt, schlägt den Deutschen anscheinend auf den Magen. Eine Umfrage des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA) zeigte kürzlich, dass das Vertrauen der Menschen in alle drei Säulen der Alterssicherung im Jahr 2018 gegenüber dem Vorjahr deutlich zurückgegangen ist.

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