bKV: Studie belegt Potenzial nach BFH-Urteil

Berater Recht & Haftung Versicherungen von Detlef Pohl

Betriebliche Krankenversicherung (bKV) wird von Maklern als zusätzliches Geschäftsfeld entdeckt. Durch ein BFH-Urteil sind die steuerlichen Anreize wieder da. Der Aufwand für Arbeitgeber muss weiter verringert werden. Was Einheitsbeiträge bewirken.

Mit den kürzlich eingeführten Einheitsbeiträgen für alle Arbeitnehmer in der bKV können alle Versicherungsbausteine beliebig kombiniert werden, verspricht Allianz-PKV-Chef Jan Esser. Bild: Allianz PKV

„Unsere bKV soll rundum unkompliziert sein“, sagt Dr. Jan Esser. Man biete mit Einheitsbeiträgen übersichtliches und einfaches Handling, für Vermittler auch eine einfache Angebotserstellung. „Mit Einheitsbeiträgen benötigt man nur die Anzahl der Mitarbeiter, aber keine Altersstruktur; außerdem können alle Bausteine beliebig kombiniert werden, das Angebot ist also maximal einfach“, ergänzt der Vorstand der Allianz Private Krankenversicherung.

Persönliche Ansprechpartner beantworten dem Vermittler steuer- und arbeitsrechtliche Fragen zur bKV. „Bei Bedarf arbeiten sie mit externen Spezialisten zusammen – ohne Mehrkosten“, verspricht Esser. Mit einer vom Arbeitgeber finanzierten bKV hätten Firmen beim Wettbewerb um die besten Talente einen echten Trumpf in der Hand.

BFH: bKV ist unter Umständen steuerfreier Sachlohn

Einen weiteren Trumpf bescherte dem Vertrieb kürzlich der Bundesfinanzhof (BFH). Die bKV-Beiträge waren seit 2014 als Barlohn vom Arbeitnehmer zu versteuern und wurden auch mit SV-Beiträgen belegt. Diese Benachteiligung hat der BFH beseitigt (procontra berichtete). Gewährt der Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer Krankenversicherungsschutz, so handelt es sich in Höhe der Arbeitgeberbeiträge um Sachlohn, wenn der Arbeitnehmer aufgrund des Arbeitsvertrages nur Versicherungsschutz, nicht aber eine Geldzahlung verlangen kann. Damit ist die Zahlung für den Arbeitnehmer steuerfrei (Az.: VI R 13/16 und VI R 16/17).

Wenn der Arbeitgeber hingegen einen Zuschuss zur Krankenversicherung nur dann zahlt, wenn der Arbeitnehmer mit einem Versicherer seiner Wahl einen Vertrag schließt, dann handelt es sich um Barlohn, weil dann Geld aufgewendet wird. Dies ist nicht steuerfrei. Ob Bar- oder Sachlohn vorliegt, ist wichtig für die Freigrenze des Paragrafen 8 Absatz 2 Satz 11 Einkommensteuergesetz.

Sachbezüge bis 44 Euro im Monat sind demnach steuerfrei. Entscheidend für die Abgrenzung ist der Rechtsgrund des Zuflusses, der auf dem Arbeitsvertrag beruht, so der BFH. Übernimmt das Unternehmen die Beiträge, könnten diese bis zu einer Grenze von 44 Euro im Monat steuerfrei bleiben.

Steigender Umsatz von Maklern mit bKV

Die bKV ist für viele Arbeitnehmer, die in aller Regel gesetzlich krankenversichert sind, eine einfache Möglichkeit, ohne eigenen finanziellen Aufwand Leistungen der privaten Krankenversicherer (PKV) zu bekommen. Allerdings geizen noch immer viele Firmen mit der bKV. Immerhin berichten 22 Prozent der Makler von bKV-Umsätzen (2018: 16,7 Prozent).

Dies ergab die Untersuchung „Asscompact Award Private Kranken- und Pflegeversicherung 2019“, die von der BBG Betriebsberatungs GmbH unter 323 Maklern erhoben wurde. Nahezu unverändert sind laut Studie die Top-3-Anbieter in der bKV aus Sicht der Makler: Hallesche, Süddeutsche (SDK) und Allianz. Um die bKV noch besser vermitteln zu können, müsste insbesondere der Aufwand für Arbeitgeber weiter reduziert werden, sagen 72,5 Prozent der Befragten (2018: 62,7 Prozent).

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