bKV: Nur wenige Makler nutzen die Vorteile

Berater von Florian Burghardt

Die betriebliche Krankenversicherung wird im Vertrieb immer noch stiefmütterlich behandelt. Dabei sind die Produkte den stark nachgefragten PKV-Zusatztarifen sehr ähnlich. Auch die rechtlichen Neuerungen versprechen Potenzial.

Immer noch stechen nur wenige Vermittler beim Vertrieb von bKV-Produkten aktiv in See. Dabei verspricht die Sparte viel Potenzial.

Immer noch stechen nur wenige Vermittler beim Vertrieb von bKV-Produkten aktiv in See. Dabei verspricht die Sparte viel Potenzial. Bild: Pixabay

Nur 29 Prozent der Vermittler beraten bereits aktiv zur betrieblichen Krankenversicherung (bKV). Zumindest wenn es nach einer aktuellen Umfrage des Instituts für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP) unter 139 Vermittlern geht. Im Gegensatz dazu vermitteln 94 Prozent von ihnen PKV-Zusatztarife.

Die meisten der Teilnehmer sind als Makler tätig. Der geringe Anteil der aktiven bKV-Vermittler erklärt auch die Einschätzung des Absatzpotenzials. Hier liegt die bKV auf dem vierten und gleichzeitig letzten Platz (durchschnittlich vergebene Platzierung: 3,26) hinter privater Zusatzversicherung (1,48), privater Pflegeversicherung (2,37) und privater Krankenvollversicherung (2,90).  

Dass der PKV-Zusatzbereich weiter eine große Nachfrage genießt, hatte auch kürzlich eine procontra-eigene Marktauswertung ergeben. Der Großteil der Anbieter konnte hier zuletzt seinen Kundenbestand ausbauen, wobei manche Versicherer deutlich stärker wachsen konnten als andere. Großer Treiber der PKV-Zusatznachfrage ist die Möglichkeit für gesetzlich Krankenversicherte, sich Leistungen auf PKV-Niveau zu sichern.

Verbesserte Umstände für bKV-Vertrieb

Daher ist es ein wenig verwunderlich, dass die bKV in Sachen Absatzpotenzial und aktivem Vertrieb so weit hinter den PKV-Zusatztarifen liegt. Denn im Prinzip bieten beide Produkte dieselben Leistungen an, beispielsweise für ambulante oder stationäre Krankenhausaufenthalte, Heilpraktikerbehandlungen oder Zahnersatz. Zudem können über die Gruppenverträge in der bKV auf einmal relativ große Beitragsvolumen akquiriert werden.  

Des Weiteren haben sich die Umstände für den bKV-Vertrieb erst kürzlich durch zwei Urteile des Bundesfinanzhofs (BFH) auf juristischer Ebene verbessert. Entscheidend ist demnach, ob der Arbeitgeber oder der Arbeitnehmer Versicherungsnehmer ist und ob es sich bei den betrieblichen Zuschüssen um Barlohn oder Sachlohn handelt. Laut einer anderen Vermittlerumfrage ist zumindest im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung im bKV-Vertrieb zu erkennen.

Vermittler, die sich über die am Markt befindlichen bKV-Anbieter und deren Produkte informieren möchten, finden dazu Unterlagen an den virtuellen Ständen der Versicherer auf der Onlinemesse profino. Einfach in der Messehalle nach dem Schwerpunkt „Betriebliche Kranken“ suchen.

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