Neuer Impuls für Pflegevorsorge?!

Top News Versicherungen von Martin Thaler

Bleibt die gesetzliche Pflegeversicherung: Dass der Staat das bestehende Teilkaskosystem grundlegend reformiert, ist zwar nicht auszuschließen. Immer mehr Stimmen fordern eine Vollkaskoversicherung. Ob und wann eine solche grundlegende Reform jedoch kommt, ist unsicher. Die Kosten hierfür dürften nämlich hoch ausfallen, ist Stefan M. Knoll, Vorsitzender der Deutschen Familienversicherung, überzeugt. „Dies ist sozialpolitisch, im Sinne der Generationengerechtigkeit, unvernünftig und verantwortungslos gegenüber der Generation meiner Kinder. Die Menschen müssen selbst vorsorgen.“

Impuls aus der Wirtschaft

Auch nach Waizmanns Meinung sollten die Kunden von sich aus aktiv werden: „Ab einem Alter von 40 bis 50 Jahren sollte man über den Abschluss einer Pflegezusatzversicherung nachdenken.“ Makler sollten dann aktiv das Gespräch mit dieser Klientel suchen. „Besonders Frauen müssen in den Fokus der Debatte gerückt werden“, ist DFV-Chef Knoll überzeugt. Schließlich sei ihre Lebenserwartung höher, das Demenzrisiko zudem doppelt so hoch und ihre Rente im Alter meist geringer.

Unterstützung könnte dabei aus der Wirtschaft kommen: So vereinbarte im November vergangenen Jahres der Düsseldorfer Henkel-Konzern zusammen mit der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie und der Deutschen Familienversicherung die nach eigenen Angaben erste betriebliche Pflegezusatzversicherung in Deutschland. Unter dem Namen „Care Flex“ werden nun rund 9.000 Mitarbeiter des Chemiekonzerns automatisch mit einem Basis-Tarif abgesichert – die Gelder hierfür werden aus der betrieblichen Altersvorsorge der Mitarbeiter umgeschichtet.

1.000 Euro leistet „Care Flex“ bei stationärer Pflege in den Pflegegraden 2 bis 5. Das reicht zwar nicht, um den Eigenanteil, der in Düsseldorf laut Angaben von Henkel bei rund 2.400 Euro liegt, zu decken. Allerdings bietet „Care Flex“ die Möglichkeit, weitere Leistungen hinzu zu buchen und auch Familienmitglieder mitzuversichern. Als „Vorbild“ lobte Erwin Rüddel, Vorsitzender des Bundestags-Gesundheitsausschusses, das Modell. Andere Unternehmen könnten nachziehen.

Für Makler könnte in dieser Entwicklung auch eine Chance liegen. Schließlich werden auf diese Weise zahlreiche Menschen mit dem Thema Pflege und den Unzulänglichkeiten des jetzigen Systems konfrontiert.

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