Kommt eine Bürgerversicherung für die Pflege?

Versicherungen Meistgeklickt von Florian Burghardt

Die Prognos-Studie geht davon aus, dass der Beitragssatz in der gesetzlichen Pflegeversicherung von aktuell 3,05 Prozent auf 4,25 Prozent im Jahr 2045 steigen könnte. Der Beitragssatz wurde zwar erst zu Beginn des Jahres erhöht. Beitragsstabilität wird dadurch aber nur bis 2022 garantiert. Der Bild-Zeitung sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), er wolle die Finanzierung der Pflege langfristig „ganz neu austarieren“. Wird damit eine Pflege-Bürgerversicherung immer wahrscheinlicher?

Wenig überraschend nicht, wenn es nach dem Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV-Verband) geht. Zwar würde das Prognos-Institut zu Recht auf die großen Herausforderungen in der Pflege durch die demografische Entwicklung hinweisen, heißt es in einer aktuellen Stellungnahme des Verbands. Er nutzte die aktuelle Diskussion aber auch, um auf die Vorteile der PKV hinzuweisen.

Zusatzvorsorge als Lösung

Eine Lösung für eine generationengerechte Pflege-Finanzierung müsse nämlich nicht erst erfunden werden – vielmehr gebe es eine solche bereits in Form der privaten Pflegeversicherung, bekräftigte Verbandsdirektor Volker Leienbach. So würden alle privat Pflegeversicherten für ihre zukünftigen Pflegekosten eine nachhaltige Kapitalvorsorge bilden, die sich in den letzten zehn Jahren von 17 auf über 34 Milliarden Euro mehr als verdoppelt hat.

„Je mehr Menschen und Leistungen kapitalgedeckt abgesichert werden, desto besser ist es für die Zukunft unseres Gesundheitswesens und für die Gerechtigkeit zwischen den Generationen“, so Leienbach. Den gesetzlich Versicherten empfiehlt er, mit einer privaten Pflegezusatzversicherung zu „sehr überschaubaren Beiträgen“ eine kapitalgedeckte Vorsorge für den Pflegefall aufzubauen und damit die Lücken der Gesetzlichen Pflegeversicherung zu schließen.

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