Wohn-Riester: Steuerlast statt Rente

Berater profino Top News Meistgeklickt Jahresrückblick von Michael Fiedler

Wohn-Riester bringt im Alter keine Renteneinkünfte, sondern Steuerlasten mit sich. Warum sich Vermittler dennoch mit der Materie beschäftigen sollten, wurde auf einem profino-Webinar deutlich.

Wohn Riester Altersvorsorge Rente Steuer

Steuerlast statt Rente: ein entscheidender Nachteil bei Wohn-Riester. Shutterstock.com / Creativa Images

Während Riester-Rentenversicherungen als Produktgattung schwächeln und die Bestände hinwegschmelzen, können sich Wohn-Riester-Produkte behaupten und Zuwächse erzielen.

Was zählt zu Wohn-Riester?

Ein möglicher Grund für den Erfolg: Die Vielseitigkeit. Denn zum Wohn-Riester zählen nicht nur Riester-Darlehen, die von Banken und Bausparkassen angeboten werden. Neben Riester-Bausparverträgen können die Wohn-Riester-Regeln auch angewandt werden, wenn Geld aus Riester-Rentenversicherungen für die Anschaffung oder Herstellung einer selbstgenutzten Wohnung entnommen wird. Das gilt ebenfalls bei endfälligen Entnahmen oder wenn eine Genossenschaftswohnung bzw. -anteile einer eingetragenen Genossenschaft gekauft werden. Unter bestimmten Voraussetzungen (Barrierefreiheit) können auch Umbaumaßnahmen als Wohn-Riester gefördert werden.

Voraussetzungen für Wohn-Riester

Damit die Wohn-Riester-Regeln gelten können, müssen die Mittel für die Anschaffung einer selbstgenutzten Wohnung verwendet werden. Diese Wohnung muss zudem Lebensmittelpunkt sein und sich in der Europäischen Union oder einer EWR-Mitgliedsland befinden. Allerdings muss die Anschaffung oder Herstellung der Wohnung nach dem 31.12.2007 stattgefunden haben (§ 82 EStG). Und: Schenkung oder Erbe stellen keinen förderfähigen Erwerb dar.

Die Riester-Regeln sehen auch vor, dass die Wohnung nicht beliebig vererb-, veräußer- und vermietbar ist. Zudem unterliegt das Wohnförderkonto der nachgelagerten Besteuerung.

Wohngeförderte Immobilie zahlt keine Rente

Diese Tatsache werde oft nicht berücksichtigt, führte Joachim Haid in seinem Webinar auf profino aus. Wohn-Riester sorgt also nicht für Einnahmen im Alter, sondern durch die nachgelagerte Besteuerung für Liquiditätsabfluss.

Angesichts dieser deutlichen Nachteile, kam im Webinar-Chat auch die Frage auf, ob Wohnriester wirklich ein spannendes Thema für Versicherungsmakler sei.
Dem hielt Matthias Sebastian Moser entgegen, dass in seinem Beratungsalltag sehr oft Kunden mit Wohn-Riester-Produkten kämen, die Beratungsbedarf hätten. Und auch Joachim Haid warnte im Chat: „Das Thema ist solange nicht spannend, bis man die ersten Bestandskunden durch Bank- oder Bausparkassenberater verliert.“
Lohnt sich dann Wohn-Riester überhaupt und warum sollten Vermittler dann fit in der Materie sein?
Für Haid ist die Antwort klar: Ob sich Wohn-Riester lohnt, hängt immer vom Einzelfall ab. Ein Vorteil ist beispielsweise, dass die Tilgung schneller stattfindet und der Tilgungsanteil steuerlich abzugsfähig ist.
Für Vermittler gilt es, den Mandanten einen Informationsvorsprung zu verschaffen. Haids Aufruf an die Versicherungsmakler: „Legen Sie eine fachliche Basis, bevor Bausparkassen Ihnen die Mandanten klauen.“
Für den Abschluss der sechs-teiligen Webinarreihe zu Riester hat Joachim Haid angekündigt, ein „Wohn-Riester-Geheimnis“ zu verraten, das den meisten Bank- und Bausparkassenvermittlern unbekannt sei. Eine gute Gelegenheit den eigenen Informationsvorsprung auszubauen, bietet sich am 20. November auf profino.

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare