LV-Check: Wo winkt der höchste Rohüberschuss?

Berater Top News Meistgeklickt Jahresrückblick von Detlef Pohl

LV-Check 2018 hilft Maklern bei Einordnung

Doch in der Regel müssen Makler bei der Marktrecherche selbst den Überblick über die wichtigsten Kennziffern zusammenstellen, die in den Geschäftsberichten verstreut sind. Hier hilft der „LV-Check 2018“ der procontra-Redaktion. Er enthält von 68 Lebensversicherern (über 95 Prozent Marktabdeckung) jeweils über 50 Bilanzkennzahlen des Geschäftsjahres 2017. Er kann hier für 48,50 Euro bestellt werden.

Beispiel Rohüberschuss: In absoluten Zahlen schaffte hier die Allianz mit 2,219 Milliarden Euro 2017 das mit Abstand beste Ergebnis. Es folgen R+V (591,1 Millionen Euro), AachenMünchener (455,6 Millionen Euro), Cosmos Direkt (442,6 Millionen Euro), Alte Leipziger (346,8 Millionen Euro) und Zurich (331,5 Millionen Euro). Der Rest blieb deutlich unter diesen Werten, manche schafften nicht einmal zweistellige Millionenergebnisse.

Das färbt auf die Beteiligung der Kunden ab, die Weinmann auf Basis des betriebswirtschaftlichen Erfolgs, der Finanzstärke und der Partizipation der Kunden an den Überschüssen errechnet. Da gewann von den 12 umsatzstärksten Gesellschaften mit großem Abstand die Allianz, gefolgt von R+V und Zürich.

Warum das „übrige Ergebnis“ wichtiger wird

Achtung: Wenn zur Finanzierung der wachsende Zinszusatzreserve Bewertungsreserven realisiert werden mit der Folge hoher außerordentlicher Erträge, ist die Kennziffer „Nettoverzinsung“ allein nicht mehr der bestimmende Kompass für die Auswahl eines Lebensversicherers. Im Gesamtbild nimmt das „übrige Ergebnis“ immer mehr Gewicht ein.

Es wird maßgeblich von den Kostenergebnissen (Abrechnung von Ist- und Plankosten) beeinflusst und hat wiederum Einfluss auf den Rohüberschuss. Vom „übrigen Ergebnis“ darf der Versicherer 50 Prozent für sich selbst beanspruchen, während von Kapitalerträgen und vom Risikoergebnis jeweils mindestens 90 Prozent an die Kunden gehen.

Neueste Ratings von Map-Report und Softfair

Beim jüngsten „Klassik-Rating deutscher Lebensversicherer“ des Marktbeobachters Map-Report haben unter 18 Versicherern Europa, WGV, Cosmos Direkt, Hannoversche, Debeka, Huk-Coburg, Stuttgarter und ideal „hervorragend“ abschnitten. Das Ergebnis des Teilkriteriums „Vertrag“ dominieren bei der aufgeschobenen Rente diese Gesellschaften: Europa, WGV, Cosmos Direkt, Huk-Coburg, Öffentliche Braunschweig, Stuttgarter und Ideal. Nicht teilgenommen hatten unter anderem Allianz, Axa, Ergo, Generali, HDI, R+V und Zurich.

Bei der neuesten LV-Kennzahlen-Untersuchung von Softfair Analyse (procontra berichtete) wurden im Bereich Kapitalanlage die bisher betrachteten Merkmale „Nettoverzinsung“ und „Modifizierte laufende Durchschnittsverzinsung“ durch die Kriterien „Bereinigte Nettoverzinsung“ beziehungsweise „Laufende Durchschnittsverzinsung“ ersetzt. Dadurch soll die Ertragskraft unter Berücksichtigung der Zinszusatzreserve besser beurteilt werden. Insgesamt erzielten diese Anbieter bei Softfair die Höchstbewertung: Allianz, Alte Leipziger, Continentale, Europa, Hannoversche, LV 1871, WGV und WWK.

Ausführliche Informationen und Analysen rund um die Finanzkraft und Geschäftsentwicklung der deutschen Lebensversicherer liefert auch der oben erwähnte procontra-LV-Check 2018. Im Bereich „Erträge & Kosten“ schnitt die Allianz dort am besten ab (Note 1++), gefolgt von 14 Unternehmen mit der Schulnote 1+, darunter auch Maklerversicherer wie Alte Leipziger, Stuttgarter und die Bayerische.

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