LV-Check: Wo winkt der höchste Rohüberschuss?

Berater Top News Meistgeklickt Jahresrückblick von Detlef Pohl

Der Zusammenhang zwischen Rohüberschuss und Gewinnbeteiligung liegt auf der Hand. Der LV-Check zeigt, welche Lebensversicherer sich noch gute Überschussbeteiligungen leisten können. Was man aus neuesten Daten ablesen kann.

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Der Zusammenhang zwischen Rohüberschuss und Gewinnbeteiligung liegt auf der Hand. Welche Versicherer nich Gewinne erzielen. shutterstock.com / hiroshi teshigawara

Lebensversicherung ist kein Hexenwerk. Erst wenn Rohüberschüsse erzielt werden, kann der Versicherer Gewinne erzielen und der Kunde Überschüsse erwarten. Angesichts niedriger Zinsen, höherer Anforderungen an das Eigenkapital und der Lebensversicherungsreform ist die Rohüberschuss-Marge, die laufende Durchschnittsverzinsung und das „übrige Ergebnis“ aus Makler- und auch aus Kundensicht wichtiger denn je.

Entscheidend für die Wahl eines Lebensversicherers aus Kundensicht ist und bleibt damit die Fähigkeit, für den Kunden eine solide Gegenleistung für den Beitrag (samt Beratungskosten) zu erbringen, und die Fairness, ihn auch daran zu beteiligen. Dazu gibt es in der Branche unterschiedliche Bewertungsansätze, etwa von Hermann Weinmann, Professor an der Hochschule Ludwigshafen im Institut für Finanzwirtschaft.

Große Unterschiede beim Rohüberschuss

Kunden sind nicht bei jedem Unternehmen gleich gut aufgehoben. So streut die für Überschussbeteiligung und Profitabilität stehende Rohüberschuss-Marge erheblich. 2017 standen bei den 12 umsatzstärksten Gesellschaften zwischen 0,03 Prozent (Debeka) und 16,8 Prozent (R+V) Prozent der Beiträge für Überschussbeteiligung und Unternehmensgewinn zur Verfügung.

Je höher die Marge, desto höher der „Verteilungskuchen“. Allerdings ist auch zu bedenken, dass im Zusammenhang mit der Zinszusatzreserve regelmäßig hohe Veräußerungsgewinne herbeigeführt werden, die den Rohüberschuss steigern, aber die Substanz beeinträchtigen. Deutlich wird: Nicht eine isolierte Kennziffer entscheidet, sondern das Gesamtbild.

Gute und schlechte Partizipationsquoten für Kunden

Bei Weinmann zeigte sich: Debeka und HDI haben die 2017 erwirtschafteten Rohüberschüsse vollständig ihren Kollektiven gutgeschrieben. Deutlich über 87 Prozent gaben Alte Leipziger sowie AachenMünchener an die Kunden weiter. Am wenigsten am Rohüberschuss wurden die Kunden von Ergo (62,9 Prozent) und R+V (69,4 Prozent) beteiligt.

Auffallend: Vorjahresschlusslicht Bayern-Versicherung erhöhte die Partizipation um gut zehn Prozentpunkte auf 72,8 Prozent. Am stärksten reduziert haben Ergo um mehr als 35 Prozentpunkte, R+V um mehr als 30 Prozentpunkte und Generali um mehr als 20 Prozentpunkte.

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