Die Rechtsschutzversicherer mit den niedrigsten Schadenquoten

Versicherungen Top News Meistgeklickt Jahresrückblick von Florian Burghardt

Die Rechtsschutzversicherung erholt sich. Nach Jahren im Fokus von VW-Abgasskandal und Massenbeschwerden macht sie wieder Gewinn. Das liegt vor allem an sinkenden Schadenquoten. Hier gibt es allerdings große Unterschiede zwischen den Anbietern.

Auf Null Prozent kommt zwar keiner der untersuchten Rechtsschutzversicherer, aber bei manchen wiegt die Schadenquote schon deutlich schwerer als bei anderen.

Auf Null Prozent kommt zwar keiner der untersuchten Rechtsschutzversicherer, aber bei manchen wiegt die Schadenquote schon deutlich schwerer als bei anderen. Bild: Pixabay

Im Gegensatz zur Unfallversicherung gilt die Rechtsschutzversicherung nicht gerade als besonders gewinnbringende Sparte. Laut GDV-Zahlen lag ihre Schadenkostenquote in den Jahren 2014 bis 2016 bei 100 Prozent und darüber. Erst im Geschäftsjahr 2017 konnten die GDV-Mitgliedsunternehmen mit einer Combined Ratio von 97,8 Prozent wieder einen merklichen Gewinn generieren.  

Obwohl die Rechtsschutzversicherer also gewinnbringender wirtschaften – was auch mit Beitragserhöhungen und abgelehnten Schäden zu tun hat – sind die Kunden wieder besser auf ihre Anbieter zu sprechen. Aufgrund vieler Schäden und in der Folge Deckungsanfragen durch den Volkswagen-Abgasskandal hatte es vor allem im Jahr 2016 eine regelrechte Explosion von Beschwerden über die Versicherer gegeben. Deren Anzahl ist im vergangenen Jahr deutlich zurückgegangen, wenngleich der Ombudsmann immer noch von systematischen Massenbeschwerden in Rechtsschutz spricht. Somit ist es nicht überraschend, dass große Anbieter die neue Möglichkeit der Musterfeststellungsklage (Sammelklage) begrüßen.

Enorme Unterschiede bei Schadenquoten

Die fortschreitende Gesundung der Sparte lässt sich auch aus dem aktuellen Branchenmonitor Rechtsschutzversicherung ablesen (hier kostenpflichtig bestellen). Diesen hat die V.E.R.S. Leipzig GmbH in Kooperation mit der YouGov Deutschland GmbH erstellt. Untersucht wurden dafür die 28 größten Rechtsschutzversicherer auf dem deutschen Markt, die mit ihren Beständen zusammengefasst für eine Marktabdeckung von 95 Prozent stehen. Als Datenquellen wurden die Geschäftsberichte der Versicherer und die BaFin-Jahresberichte der Jahre 2015 bis 2017 herangezogen, sowie das aktuelle Statistische Taschenbuch 2018 des GDV. Die umfangreichen Auswertungen gibt es auch für die Lebensversicherung und für die Kfz-Versicherung.

Die durchschnittliche Combined Ratio der untersuchten Anbieter ist seit 2015 (105,33 Prozent) über 2016 (103,49 Prozent) auf 98,96 Prozent im vergangenen Jahr zurückgegangen. Großen Anteil daran hat die Schadenquote, die in dieser Zeit im Durchschnitt um 5,19 Prozentpunkte auf 70,73 Prozent gesunken ist. Dennoch gibt es hier weiterhin große Unterschiede zwischen den Anbietern. Beispielsweise kam die Huk24 im Jahr 2017 auf eine Schadenquote von 111,98 Prozent und die Ideal sogar auf 164,97 Prozent. Deutlich weniger Schadenaufwendungen im Verhältnis zu den verdienten Bruttoprämien gab es bei den 8 Versicherern in der untenstehenden Bilderstrecke. Ihre Schadenquoten lagen alle unter 60 Prozent.

Hier halten sich die Schadenaufwendungen in Grenzen

LVM
Der LVM kam im Jahr 2017 auf eine Schadenquote von 59,60 Prozent. Das reichte laut Branchenmonitor für eine Combined Ratio von 97,66 Prozent bei 157 Millionen Euro verdienten Bruttoprämien, was einem Marktanteil von 3,95 Prozent entspricht. Bild: GDV
 
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