7 Punkte, die Riester besser machen (sollen)

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Vereinfachung der Fördersystematik und Erhöhung des Förderrahmens

Die Riester-Rente erreicht durch ihre differenzierte Förderung sozialpolitisch wichtige Zielgruppen. Von der neben der steuerlichen Abzugsfähigkeit gewährten Zulagenförderung profitieren in besonderem Maße Geringverdiener, Familien mit Kindern und Frauen. Die mit der zweigleisigen Förderung einhergehende Komplexität – insbesondere auch mit Blick auf die Administration – lässt sich durch eine reine Zulagenförderung und dem Verzicht auf den Sonderausgabenabzug für alle Förderberechtigten reduzieren. Zumal die gewährten Steuervorteile für den Konsum verfügbar sind und nicht in die Altersvorsorge fließen. Eine reine Zulagenförderung könnte wie folgt gestaltet werden: Bei Einzahlungen in zertifizierte Altersvorsorgeverträge bis zur maximalen Höhe von 4 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze (West) der gesetzlichen Rentenversicherung (abgerundet auf die letzten 500 Euro, dies entspricht aktuell 3.000 Euro) sollte ein Eigenbeitrag von 1 Euro durch eine Zulage i.H.v. 0,4 Euro gefördert werden. Um Menschen mit geringeren Einkommen Anreize für die zusätzliche private Altersvorsorge zu bieten, sollten diese verstärkt gefördert werden. Bei Brutto-Einkommen bis zu 20.000 Euro sollte ein Mindestbeitrag von jährlich 60 Euro ausreichen, um die Grundzulage in Höhe von 175 Euro zu erhalten. Sofern sie entsprechend höhere Beiträge leisten, können auch diese Sparer von der prozentualen Förderung profitieren. Ab einem Eigenbeitrag von 437,50 Euro würden die Sparer zusätzlich von der prozentualen Förderung profitieren. Die Höhe der Kinderzulage wird unabhängig vom Zeitpunkt der Geburt einheitlich auf 300 Euro pro Kind festgelegt und zusätzlich zur prozentualen Zulageförderung bzw. Grundzulage gezahlt. Eine solche reine Zulagenförderung führt nicht nur zu einem erheblichen Abbau von Komplexität, sie führt auch dazu, dass die staatliche Förderung vollständig und zielgerichtet dem Aufbau einer zusätzlichen Altersvorsorge zu Gute kommt. Die Zulagen werden so direkt in den Altersvorsorgevertrag eingezahlt und erhöhen das Vorsorgekapital signifikant. Eine Anhebung der Förderhöchstgrenze auf 4% der BBG trägt der Einkommensentwicklung seit 2001 Rechnung, denn der Förderhöchstbetrag von 2.100 Euro entsprach im Jahr 2001 4% der BBG.

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Seite 3: Verzicht auf Zulagenantrag und Flexibilisierung der Beitragsgarantie
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