Zinszusatzreserve: Entlastung ab sofort möglich

Versicherungen Top News von Detlef Pohl

Den in Branchenkreisen auch als X-Faktor bezeichneten Korridor hat das BMF nun auf 9,0 Prozent justiert. In Zahlen ausgedrückt würde die neue ZZR-Formel aktuell dazu führen, dass der Referenzzins für 2018, ausgehend vom Vorjahreswert (2,21 Prozent), bei der Untergrenze des Korridors auf ein Niveau von 2,10 Prozent abgefedert wird.

Assekurata schätzt, dass sich nun für 2018 nur noch ein ZZR-Zuführungsbedarf von branchenweit 7 bis 8 Milliarden Euro ergibt. Ohne die Anpassung hätten die Unternehmen bis zu 22 Milliarden Euro reservieren müssen. Die Korridormethode entfalte die gewünschte Glättungswirkung, indem sie Belastungsspitzen reduziert und gleichförmiger auf einen längeren Zeitraum verteilt.

Bessere Chancen auch für Kunden

Auch für Versicherte dürfte dies keine Verschlechterung bedeuten, bleibt doch mehr Geld für die freie Kapitalanlage der Versicherer übrig. Für den Bund der Versicherten (BdV) steht die Bundesregierung dennoch in der Pflicht, Verbesserungen für die Kunden in Angriff zu nehmen.

„Flankierende Maßnahmen stehen zwar aktuell zur Diskussion, diese sind aber erst einmal vertagt worden“, kritisiert BdV- Vorstandssprecher Axel Kleinlein. So gehe es um eine angemessene Beteiligung der Kunden an den Bewertungsreserven und einen fairen Umgang bei Abwicklungsplattformen und beim Run-off.

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