Wildwechsel: Die 6 Schritte im Schadenfall

Versicherungen von Florian Burghardt

Die Anzahl der Wildunfälle ist auf einem Rekordhoch – ebenso wie die Schadenzahlungen dafür. Jetzt haben tierische Zusammenstöße wieder Hauptsaison. Der GDV gibt Tipps zu deren Vermeidung und sagt, was im Schadenfall zu tun ist.

Im Jahr 2017 wurden den deutschen Kfz-Versicherern 275.000 Wildunfälle gemeldet - mehr als je zuvor.

Im Jahr 2017 wurden den deutschen Kfz-Versicherern 275.000 Wildunfälle gemeldet - mehr als je zuvor. Bild: hansbenn/Pixabay

Die Blätter fallen, es wird kälter und dunkler. Der Herbst ist da und mit ihm die Hauptsaison für Wildunfälle. Diese nehmen seit Jahren stark zu. Laut dem GDV wurden in 2017 rund 275.000 Wildunfälle gemeldet, so viele wie nie zuvor. Das entspricht 753 pro Tag und rund 11.000 mehr als Vorjahr.

Auch wenn Experten durch Fortschritte in der Fahrzeugtechnologie – von immer besseren Fahrerassistenzsystemen bis hin zu irgendwann völlig autonom fahrenden Autos für jedermann – mit immer weniger Schäden rechnen, so werden diese doch durch das Plus an hochwertiger Technik immer teurer. Dieser Effekt zeigt sich auch bei den Wildunfällen. Denn die Kfz-Versicherer zahlten für jeden dieser Schäden durchschnittlich rund 2.700 Euro. Das sind knapp 5 Prozent höhere Stückkosten als im Jahr 2016. Insgesamt stiegen die Schadenzahlungen durch Wildunfälle um rund 62 Millionen Euro auf 744 Millionen Euro – ein Zuwachs um 9 Prozent.

Damit es gar nicht erst zu einem Wildschaden kommt, rät der Gesamtverband den Autofahrern in erster Linie die häufig aufgestellten Warnschilder vor Wildwechsel zu beachten und ihre Fahrweise entsprechend anzupassen. Das bedeutet, am Rand von Wiesen, Feldern und Wäldern abbremsen und vor allem in der Dämmerung die Geschwindigkeit verringern. Wenn Wild auf der Straße oder am Straßenrand auftaucht, sollten Autofahrer das Fernlicht abblenden und hupen. Riskante Ausweichmanöver sollten sie vermeiden, denn der Zusammenprall mit einem anderen Auto oder einem Baum birgt in der Regel größere Gefahren als die Kollision mit einem Tier.

Die 6 Schritte bei einem Wildunfall

Ist es zu einem Schaden mit Wild gekommen, so empfehlen die Kfz-Versicherer das Vorgehen in den 6 folgenden Schritten:

  1. Unfallstelle sichern: Warnblinklicht einschalten, Warndreieck aufstellen.

  2. Die Polizei benachrichtigen.

  3. Ein verletztes oder getötetes Tier möglichst nicht anfassen. Das Bergen des Tieres ist Aufgabe des Försters oder Jagdpächters.

  4. Fotos vom Unfallort, vom Tier und vom Fahrzeug machen. Das ist hilfreich für eine schnelle Schadenbearbeitung.

  5. Eine Wildunfallbescheinigung von Polizei, Förster oder Jagdpächter ausstellen lassen.

  6. Den Versicherer anrufen, bevor die Wildspuren beseitigt sind oder das Fahrzeug repariert, verschrottet oder verkauft wird.
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