Was die Elefantenhochzeit von DVA und DMA bedeutet

Berater Top News Meistgeklickt von Detlef Pohl

Die DMA war 2006 von elf Maklerversicherern und der BBG Betriebsberatung gegründet worden. Heute gehören zu den Gesellschaftern 13 Versicherer, darunter seit Anfang 2017 auch Alte Leipziger, HDI und Württembergische. Weitere DMA-Förderer sind rund 30 weitere Unternehmen aus der Finanzdienstleistungsbranche, darunter Investmentgesellschaften, Finanzdienstleister, Pools, Verbände sowie neuerdings auch Insurtechs und Maklerbetriebe. Offensichtlich war es insbesondere für Versicherer aus Kostengründen nicht sinnvoll, gleichzeitig in DVA und DMA zu investieren.

Die DMA baut bei der Weiterbildung sowohl auf Online- als auch auf Offline-Veranstaltungen, wobei die inhaltlichen Anforderungen an die Weiterbildung sich an denjenigen für die Sachkundeprüfung orientieren. Generell ist das Angebot in zehn Fachbereiche gegliedert. Die Seminarspanne reicht von Fachtrainings über Vertriebs-, Zertifikatserhaltungs- und Expertenseminare bis hin zu Studiengängen. Im Jahr 2018 stehen 290 Seminare und Lehrgänge zur Auswahl.

Zur Historie der DVA

Die DVA war 2001 von Unternehmen und Spitzenverbänden der Assekuranz als eigenständige branchenorientierte Weiterbildungsgesellschaft gegründet worden. Zuvor war sie ein Bereich des BWV gewesen. Gesellschafter sind BWV, GDV und Arbeitgeberverband der Versicherungsunternehmen in Deutschland (AGV). Sie arbeiten im Rahmen des Bildungsnetzwerks Versicherungswirtschaft eng zusammen.

Wie auch die DMA deckt die DVA in der Weiterbildung das gesamte Themenspektrum aller Bereiche der Versicherungswirtschaft ab. Zielgruppen sind neben Maklern aber auch Versicherer und Finanzdienstleister sowie gebundene Vermittler. Dies lässt erwarten, dass die DVA künftig die Weiterbildung der unabhängigen Vermittler komplett der DMA überlässt.

Veranstaltungen der DVA finden dezentral in den Dependancen des BWV statt. Das BWV, dem die Verbände AGV, GDV, BVK, BDVM und Bundesverband der Assekuranzführungskräfte (VGA) angehören, war 1966 von GDV und AGV errichtet und 1989 als Berufsverband in einen Verein umgegründet worden. Zielgruppen und Weiterbildungsinhalte decken sich weitgehend mit denen der DVA. Die DMA hat nach eigenen Angaben rund 5.000 Weiterbildungsteilnehmer jährlich, die DVA vier Mal so viel. Beide wollen ab 2019 Effizienz- und Synergiepotenziale ausschöpfen.

Mehr mit Vertrieb Beschäftigte müssen sich weiterbilden

Laut IDD-Umsetzung müssen sich sehr viel mehr Menschen mit Tätigkeit rund um den Versicherungsvertrieb weiterbilden als bisher. Von den neuen Anforderungen an die Weiterbildung dürften bundesweit über 500.000 Menschen betroffen sein, schätzt das BWV. Letzte Konkretisierungen sind erst in der Versicherungsvermittlungsverordnung in diesem Herbst zu erwarten.

Bislang gab es in Deutschland keine gesetzliche Pflicht zur Weiterbildung von Versicherungsvermittlern. Es gab und gibt nur eine freiwillige Initiative der Versicherungsbranche selbst: Sieben Branchenverbände sowie die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hatten im April 2013 „gut beraten“ gegründet. Dort sind etwa 150 freie Bildungsdienstleister als Weiterbilder aufgelistet, darunter auch Anwaltskanzleien, Unternehmensberatungen und Verlage.

Seite 1: DVA steigt bei DMA ein
Seite 2: Die IDD-Pflicht treibt den Weiterbildungsmarkt