Neue BBG: Licht und Schatten für Arbeitnehmer

Berater Versicherungen Top News von Detlef Pohl

Die Beitragsbemessungsgrenzen (BBG) für die Sozialversicherung steigen 2019 wegen der guten Konjunktur weiter an. Besonders teuer wird der Aufschlag in der Pflegeversicherung. Das bringt Licht und Schatten für die Vorsorge. Hier die Details.

Die erhöhte Beitragsbemessungsgrenze für die Rentenversicherung bietet die Chance, mehr Entgeltumwandlung zur bAV zu betreiben, weiß Bundesarbeitsminister Hubertus Heil.

Die erhöhte Beitragsbemessungsgrenze für die Rentenversicherung bietet die Chance, mehr Entgeltumwandlung zur bAV zu betreiben, weiß Bundesarbeitsminister Hubertus Heil. Bild: BMAS/ Susi Knoll

Die Grenzwerte für die Sozialversicherung 2019 stehen nahezu fest; sie steigen auf breiter Front. Nachdem die Bundesregierung den Referentenentwurf von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil zur „Verordnung über die Sozialversicherungs-Rechengrößen 2019“ am 10. Oktober ohne Änderung verabschiedet hat, fehlt nur noch die Zustimmung des Bundesrates. Die ist reine Formsache und erfolgt zumeist spätestens Anfang Dezember.

Nach dem Gesetzentwurf steigt das vorläufige Durchschnittsentgelt (Bezugsgröße) 2019 brutto um 70 Euro auf dann 3.115 Euro pro Monat (West); im Osten der Republik um 175 Euro auf 2.870 Euro. Basis ist ein vorläufiges bundeseinheitlich jährliches Durchschnittsentgelt für Arbeitnehmer von 3.241,75 Euro brutto.

Verteuerte Rentenversicherung

Folge: In der gesetzlichen Renten- und Arbeitslosenversicherung steigt die identische BBG für Besserverdiener um 200 Euro auf 6.700 Euro Monats-Bruttoeinkommen im Westen sowie um 350 Euro auf 6.150 Euro im Osten (einschließlich Berlin). Über diese Grenzbeträge hinausgehende Einkünfte bleiben beitragsfrei. Der Beitragssatz von 18,6 Prozent bleibt stabil. Damit steigt der Höchstbeitrag für besserverdienende Arbeitnehmer (nur Arbeitnehmer-Anteil) auf bis zu 623,10 Euro (West) an, im Osten auf knapp 540 Euro.

In der Arbeitslosenversicherung gilt dieselbe erhöhte BBG, doch wird der Beitragssatz da zum 1. Januar 2019 von 2,5 Prozent auf 2,0 Prozent gesenkt. Dadurch sinkt der Höchstbeitrag für besserverdienende Arbeitnehmer (nur Arbeitnehmer-Anteil) um bis zu 13,75 Euro (West), im Osten um bis zu 10,13 Euro. Die Beitragssenkung ist bis zum Jahr 2022 befristet.

Stark verteuerte Pflegeversicherung

Die größte relative Beitragssteigerung gibt es in der gesetzlichen Pflegeversicherung. Hier steigt der Beitragssatz zum 1. Januar 2019 wegen Mehrleistungen sowie Investitionen in mehr und besser bezahlte Pflegekräfte um 0,5 Punkte auf 3,05 Prozent an (Kinderlose: 3,30 Prozent). Die bundeseinheitliche BBG - identisch mit der BBG in der gesetzlichen Krankenversicherung - klettert 2019 von 4.425 Euro Bruttoeinkommen auf 4.537,50 Euro. Damit steigt der Höchstbeitrag für besserverdienende Arbeitnehmer (nur Arbeitnehmer-Anteil) auf bis zu 61,95 Euro (Kinderlose: 69,20 Euro).

In der gesetzlichen Krankenversicherung führt die erhöhte BBG bei leicht sinkendem Arbeitnehmer-Beitragsanteil nur zu geringfügig steigendem Höchstbeitrag für besserverdienende Arbeitnehmer: Der Arbeitnehmer-Anteil wächst auf bis zu rund 331 Euro pro Monat. Je nach kassenindividuellem Zusatzbeitrag, der ab 2019 hälftig von den Arbeitgebern bezuschusst werden soll, kann auch eine Entlastung von bis zu 39 Euro ergeben.

Arbeitnehmer, die in die private Krankenversicherung (PKV) wechseln wollen, können dies 2019 erst ab einem Monats-Bruttoeinkommen von 5.062,50 Euro tun; bisher liegt die Grenze bei 4.950 Euro. Allerdings muss man dieses Einkommen ein Jahr lang nachweisen. Insgesamt wird durch diese erhöhte Versicherungspflichtgrenze der Wechsel von Arbeitnehmern in die PKV erschwert.

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