Huk-Coburg vs. Check24: Kfz-Preiskampf geht weiter

Versicherungen Recht & Haftung von Florian Burghardt

Die Huk-Coburg wollte mit Vergleichsportalen nichts mehr zu tun haben, Check24 listete ihre Tarife aber weiterhin in seinem Kfz-Versicherungsvergleich. Das Thema landete vor dem Landgericht Köln. Dabei ging es auch um fragwürdige Werbung.

Bei der Huk-Coburg ist man mit dem Urteil im Kfz-Rechtsstreit mit Check24 nur teilweise zufrieden.

Bei der Huk-Coburg ist man mit dem Urteil im Kfz-Rechtsstreit mit Check24 nur teilweise zufrieden. Bild: Huk-Coburg

Bei der Huk-Coburg Versicherungsgruppe ist man mit einer kürzlichen Entscheidung des Kölner Landgerichts (Az: 31 O 376/17) nur teilweise zufrieden. Dieser vorausgegangen war eine Klage des fränkischen Versicherers gegen die Check24-Gruppe. Die Vorwürfe bezogen sich dabei auf den Tarifvergleich des als Versicherungsmakler tätigen Vergleichsportals in der Kfz-Versicherung.

So wollte die Huk-Coburg verhindern, dass ihre Tarife in den Vergleichen von Check24 aufgelistet werden. Bereits im vergangenen Jahr hatte sich der Versicherer von einer Kooperation mit Vergleichsportalen abgewandt. Zwar stellt die Huk – anders als die „kooperierenden“ Anbieter – keine Tarifdaten in Echtzeit zur Verfügung, die maßgeblich für einen Preisvergleich der Tarife sind. Jedoch führte Check24 auf Basis der ihr bekannten Informationen die Huk-Tarife weiterhin mit auf. Zwar ohne Preise, dafür als Leistungsvergleich.

Vergleich weiterhin erlaubt

Dabei wird es vorerst auch bleiben. Denn die Kölner Richter wollten der Huk-Argumentation, dass es sich bei Check24 um einen reinen Preisvergleich handle und andere Faktoren nur eine untergeordnete Rolle spielen, nicht folgen. Vielmehr ließe sich die Trefferliste beim Versicherungsvergleich der Beklagten anhand von diversen Suchkriterien steuern, so die gerichtliche Einschätzung. Eine fortwährende Auflistung der Huk-Tarife sei daher nicht wettbewerbswidrig.

Das will man bei der Huk-Coburg nicht akzeptieren. Wie der Versicherer gestern mitteilte, habe man bereits Berufung gegen das Urteil eingelegt.

Werbeverbot für Check24

Zufrieden ist man bei dem Versicherer hingegen mit der Entscheidung, dass Check24 seinen Tarifvergleich in der Kfz-Versicherung nicht wie bisher bewerben darf. Das Vergleichsportal hatte mit einer „Nirgendwo Günstiger Garantie“ geworben, wonach die ausgewiesenen Tarife selbst beim verantwortlichen Versicherer nicht günstiger zu bekommen wären. Hier folgte das Gericht der Klägerin und lehnte die Werbung als irreführend ab.

Grund: Für den Verbraucher sei bei der Werbemaßnahme nicht ersichtlich, dass sich die besagte Garantie nur auf die Kfz-Tarife beziehe, die vollständig (also auch mit Preis) am Check24-Vergleich teilnehmen. Der Verbraucher würde vielmehr die Ansicht erlangen, dass sich die Garantie auf den gesamten Markt beziehe. Huk-Coburg hatte erklärt, dass es bei ihr jedoch oftmals günstigere Tarife gebe als im Check24-Vergleich.

Seine "Nirgendwo Günstiger Garantie" hat das Vergleichsportal mittlerweile angepasst. Unter Erfüllung einiger, auf seiner Internetseite ausgewiesener Voraussetzungen, würde diese nun doch für den gesamten Kfz-Markt gelten. Das teilte Check24 heute gegenüber procontra mit.

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