Run-off bei SDK Leben: Kleinlein rudert zurück

Versicherungen von Florian Burghardt

Der Bund der Versicherten hat dieser Tage die BaFin für ihre „schludrige Informationspolitik“ kritisiert. Dabei ging es um die angeblichen Run-off-Pläne der SDK Leben. Am Ende war es aber der BdV, der seine Aussagen richtigstellen musste.

Irrtümliche Aussagen hinsichtlich BaFin und SDK Leben: BdV-Chef Axel Kleinlein erklärt sich.

Irrtümliche Aussagen hinsichtlich BaFin und SDK Leben: BdV-Chef Axel Kleinlein erklärt sich. Archivbild: procontra

„Es ist aus unserer Sicht nicht hinnehmbar, wenn die Aufsichtsbehörde missverständliche oder womöglich falsche Informationen veröffentlicht, dies dann nur im Rahmen einer Branchenkonferenz erfolgt und letztlich die betroffenen Versicherten keine Informationen erhalten.“ So empörte sich Axel Kleinlein, Vorstandssprecher des Bunds der Versicherten (BdV) am 14. September über eine Pressemitteilung in Richtung der BaFin. Die Verbraucherschützer zeigten sich besorgt aufgrund des – ihrer Meinung nach – bevorstehenden und bislang nicht kommunizierten Run-offs der rund 60.000 Verträge der Süddeutschen Lebensversicherung (SDK Leben).

Dieser Empörung vorangegangen war die Aussage eines BaFin-Mitarbeiters auf einer Fachkonferenz. Demnach stehe der Run-off der SDK Leben kurz bevor. So zumindest interpretierte die Aussage der anwesende Dr. Carsten Zielke, der zusammen mit dem BdV die kürzlich veröffentlichte Solvenz-Studie erstellt hat. Da BdV und Zielke auch in den Solvenzberichten der SDK Leben keine Hinweise auf den bevorstehenden Run-off finden konnten, wurde die Studie an dieser Stelle mit einer Fußnote versehen, die auf die anstehenden Abwicklungspläne hinwies.

Die Fußnote wurde zwischenzeitlich angepasst, weil die SDK Leben auf die Verbraucherschützer zukam. Der Versicherer erklärte, dass nur der Vertrieb kapitalbildender Produkte ab dem 2. Quartal 2016 eingestellt wurde. Andere LV-Produkte werden weiterhin vertrieben. Dieser Umstand hatte Kleinlein und Co. zur Kritik am Informationsverhalten der BaFin bewogen.

Leider alles falsch verstanden

Knapp eine Woche später rudert der BdV zurück. So sei die Aussage des BaFin-Mitarbeiters durch den Analysten Zielke wohl falsch verstanden worden. Offenbar hatte der BaFin-Mitarbeiter nicht konkret von einem geplanten Run-off gesprochen, sondern nur erklärt, dass „faktisch kein nennenswertes Neugeschäft mehr stattfindet“, wie der BdV mitteilt.

Die Verbraucherschützer hatten außerdem irrtümlich behauptet, dass die SDK Leben in ihren Solvenzberichten nicht auf den Run-off eines Teilbestandes hingewiesen hätte. Nach erneuter Prüfung durch Zielke musste dieser einräumen, dass derartige Hinweise in den Berichten der Jahre 2016 und 2017 wohl doch vorhanden sind. Aus Sicht des Analysten wäre diese jedoch nicht hinreichend deutlich gewesen.

BdV-Chef Kleinlein erklärt: „Wir bedauern, wenn durch unsere Berichterstattung Irritationen entstanden sind. Daher haben wir uns freiwillig zu dieser Richtigstellung entschlossen, um dem stets von uns geforderten Transparenzgedanken Genüge zu tun“.  

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