PKV-Entlastungstarife: Schutz oder Last?

Versicherungen Top News von Uwe Schmidt-Kasparek

Privatpatienten können über die eigene Versicherung für das Alter vorsorgen. Die Zuzahlung in den Jahren mit besserem Einkommen soll die Beitragserhöhung im Alter reduzieren. Doch nun sind die Tarife in die Kritik geraten. Verbraucherschützer raten davon ab.

Schützen PKV-Entlastungstarife ihre Kunden im Alter oder lasten die Beiträge dann immer noch schwer auf den Schultern der Rentner?

Schützen PKV-Entlastungstarife ihre Kunden im Alter oder lasten die Beiträge dann immer noch schwer auf den Schultern der Rentner? Bild: manfredrichter/Pixabay

Tatsächlich ist das Sparen über den Versicherer für Angestellte höchst lukrativ und für Selbstständige immer noch sinnvoll. Das gilt aber nur, wenn die Beratung zur Privaten Krankenversicherung (PKV) transparent und fair ist. Daher gehört das Thema Belastung in der Rentenzeit und die Funktion eines Beitragsentlastungstarifs auf die Agenda jedes Vermittlers.

Verbraucherschützer warnen regelmäßig vor der PKV als „Kostenfalle für Rentner“, wie es beispielsweise die Stiftung Warentest formuliert. Dabei übersehen die Kritiker immer wieder, dass die private Krankenversicherung vielfach in Sprüngen steigt, weil Kostenschwellen überschritten werden müssen und dann der gleiche Tarif einige Jahre preisstabil verläuft. Relativ fair hat die Stiftung Warentest die Beiträge für Privatpatienten hochgerechnet und kommt auf eine Verdreifachung des Beitrags im 67. Lebensjahr.

Ganz so schlimm wird es aber nicht, denn während die Berliner Verbraucherschützer eine Steigerung von 3,5 Prozent ansetzen, hat das wissenschaftliche Institut der PKV (WIP) von 2008 bis 2018 eine jährliche Steigerung von 3,05 Prozent errechnet. Der Beitrag der gesetzlichen Krankenversicherung ist sogar noch stärker gestiegen. Im gleichen Zeitraum haben die Wissenschaftler des WIP eine Steigerung von 3,28 Prozent für Kassenpatienten ermittelt. 

Kostendruck für Rentner?

Private Krankenversicherer weisen darauf hin, dass die Berliner Stiftung vollkommen außer Acht lässt, dass in den nächsten 30 Jahren die Gehälter und das Einkommen in der Regel ebenfalls ansteigen. Auch der Beitrag für eine Verdienstausfallversicherung ist bei Renteneintritt nicht mehr notwendig. Dennoch bleibt die Tatsache, dass sich der Beitrag für Privatpatienten nicht einkommensabhängig entwickelt, sondern abhängig ist von der Entwicklung des medizinischen Fortschritts oder der allgemeinen Teuerung.

Grundsätzlich sollten PKV-Kunden also extra sparen, damit im Ruhestand nicht plötzlich der Lebensstandard einbricht. Das kann man nicht nur am Kapitalmarkt machen, sondern auch über seinen privaten Krankenversicherer per Beitragsentlastungstarif. Fast jedes PKV-Unternehmen hat einen solchen Tarif im Angebot.

Gleich drei Punkte machen laut Verbraucherzentrale Hamburg aber Beitragsentlastungstarife für Kunden unbrauchbar: Erstens, die geringe Verzinsung des angesparten Kapitals. Zweitens, die fehlende Auszahlung bei Wechsel des Versicherers oder bei Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung. Und drittens, die fehlende Auszahlung der Sparsumme an die Erben im Todesfall.

Wie PKV-Experten die Argumente der Verbraucherschützer entkräften und weitere interessante Fakten zur Beitragsentwicklung in PKV und GKV lesen Sie in der vollständigen Version dieses Artikels in er kommenden procontra-Printausgabe – hier bestellen.

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