Munich Re kauft „Internet der Dinge“-Startup für 300 Millionen Euro

Versicherungen von Florian Burghardt

Die Munich Re setzt strategisch weiter auf junge, technik-affine Startups und InsurTechs. Was sich der Rückversicherer durch die Übernahme von Relayr erhofft und was das junge Unternehmen anbietet, lesen Sie hier.

Erhofft sich von der Relayr-Technologie neue Ideen für die Zukunft der Gewerbe- und Industrieversicherung: Munich Re-Vorstand Dr. Torsten Jeworrek.

Erhofft sich von der Relayr-Technologie neue Ideen für die Zukunft der Gewerbe- und Industrieversicherung: Munich Re-Vorstand Dr. Torsten Jeworrek. Bild: Munich Re

Die Munich Re hat 100 Prozent der Anteile an dem deutschen Startup Relayr übernommen. Konkret erfolgt der Kauf durch Hartford Steam Boiler (HSB), ein Tochterunternehmen des Rückversicherers. Über diese waren die Münchener bereits mit 15 Prozent an Relayr beteiligt. Dessen Unternehmenswert liegt laut den Beteiligten bei 300 Millionen Euro. Demnach hat der Rückversicherer für die Übernahme 255 Millionen Euro nachgelegt.

Relayr bietet im Bereich Internet of Things (IoT) beziehungsweise dem „Internet der Dinge“ Lösungen für gewerbliche und industrielle Kunden an. Diese können beispielsweise auf einer Plattform von Relayr alte und neue Versionen ihrer Hardware und Software miteinander verbinden und somit vielseitiges Datenmaterial aus ihren Maschinen und Geräten gewinnen und analysieren. Damit kann etwa erkannt werden, wann eine Maschine voraussichtlich ausfallen würde und dem Ausfall durch entsprechende Wartung vorgebeugt werden.

Munich Re und die jungen Wilden

Auf solche risikosenkenden und kostensparenden Technologien hat es Munich Re abgesehen. „Diese Akquisition folgt klar unserer Strategie: Wir kombinieren eigenes Risikowissen, Fähigkeiten zur Datenanalyse und Finanzkraft mit der technologischen Expertise von Relayr. Auf dieser Basis wollen wir neue Ideen für die Zukunft von Gewerbe und Industrie entwickeln“, erklärte Dr. Torsten Jeworrek, Mitglied des Vorstands von Munich Re, in einer gemeinsamen Pressemitteilung. Das Startup hingegen verspricht sich durch die Übernahme einen Ausbau des Versicherungs- und Finanzierungsangebots für seine Kunden. Dieses biete Relayr bereits seit 2016 zusammen mit der Munich Re an.

Vorbehaltlich der Genehmigung durch die zuständigen Aufsichtsbehörden soll die Transaktion in den nächsten vier bis sechs Wochen vollzogen werden. Damit würde die Munich Re ihre Strategie weiterverfolgen, die auf Kooperationen mit jungen, technik-affinen Startups und InsurTechs basiert. Unter anderem setzt der Rückversicherer auf die Zusammenarbeit mit den digitalen Versicherungsunternehmen Getsafe und One sowie auf das deutsch-israelische Anti-Betrugs-Startup Fraugster.

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